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15.07.2015

Keine falschen Kompromisse: Top-Schutz, hoher Tragekomfort und modischer Chic – alles ist möglich!

a plus a messe 2015 Kaum ein Anwendungsbereich verlangt nach so aufwendiger Schutzkleidung wie der der Feuerwehren. Es liegt auf der Hand: Wenn kräftezehrender Einsatz bei Extremtemperaturen erfolgt, dann werden an die einzelnen Bestandteile der Schutzausrüstung höchste funktionelle Ansprüche gestellt. Wenngleich jahrelang der Schutz oberste Priorität hatte, wird heute immer mehr der Ruf nach erhöhtem Tragekomfort und einem gewissen Chic laut. Orientiert an diesen Bedürfnissen entwickeln die Spezialanbieter multiple Lösungen bei Materialen, Technologien und Schnitten. Davon können sich Fachbesucher aus den Bereichen der Feuerwehren, des Technischen Hilfswerks oder der betrieblichen Gefahrenabwehr wieder Anfang November bei der A+A 2015 in Düsseldorf, der mit gut 1.800 Ausstellern international führenden Fachmesse für Persönlichen Schutz, betriebliche Sicherheit und Gesundheit bei der Arbeit (27. – 30. Oktober) überzeugen. 

Im Grunde gleicht die Entwicklung einsatzgerechter Kleidung der Bewältigung der „Quadratur des Kreises“. Das Problem: Immer wieder kommt es beim Bekämpfen von Feuer zu Hitzestress und Verbrühungen. Ursachen sind die extrem hohen Temperaturen in Verbindung mit Dampf oder der Kompressionen von nassen Bekleidungslagen. Herkömmliche Dreilagenkonstruktionen hatten ihren Vorteil darin, dass sie entweder besonders wasserabweisend waren, wenn die Funktionsmembran nahe am Oberstoff liegt. Dafür ließ die Atmungsaktivität von der Haut weg eher zu wünschen übrig. War die Konstruktion so aufgebaut, dass die Membran nah an der Haut liegt, war der Feuchtetransport von der Haut weg zwar gut, dafür saugte sich das Obermaterial mehr mit Wasser voll. Gore, Spezialist für Funktionsmembranen, hat sich genau dieser Problematik angenommen, eine neue Technologie entwickelt und wird diese im Rahmen der A+A 2015 vorstellen. Das Unternehmen scheint damit den Geist der Zeit getroffen zu haben, denn rund ein halbes Dutzend Lieferanten von Feuerwehrschutzkleidung haben diese Technologie direkt in ihr Sortiment aufgenommen. Dieser spontane Erfolg basiert auf einer eingehenden Recherche im Vorfeld mit zahlreichen Anwendern. 

„Die Tendenz ist eindeutig“, sagt Dirk Stephan, verantwortlich für die Feuerwehr bei Gore. „Keiner will heute noch mehr thermischen Schutz. Wir haben in dieser Hinsicht bereits hohe Standards. Vergleichbar sind die Anforderungen an Feuerwehr-Schutzkleidung mit denen an Ganzjahresreifen. Sie müssen einen überzeugenden Kompromiss für eine möglichst große Bandbreite an Szenarien darstellen. Nur 20 Prozent aller Einsätze sind Brände, ansonsten bestehen die Aufgaben von Feuerwehrkräften darin Keller auszupumpen, mehrere Etagen zu erklimmen, um eine Tür aufzubrechen, oder bei Autounfällen Hilfe zu leisten. Da kommt man schnell ins Schwitzen. Deshalb wurde der Ruf nach mehr Tragekomfort immer lauter“, so Dirk Stephen weiter. 

Neue Materialien und Technologien 

„Parallon“ ist der Name des neuen Gore-Produktes. Der Name ist Programm für den Lagenaufbau. In diesem System werden zwei Membranen verarbeitet. Unter einem frei wählbaren Obermaterial (z. B. Nomex, PBI Matrix, Titan) kommt eine Membran auf einem thermischen Material als Träger. In Richtung Körper schließt sich eine mit dem Innenfutter verklebte zweite Membran an. Die obere Membran ist nach außen gerichtet, so ist sie besonders wasserabweisend. Die innere Membran ist Richtung Haut gerichtet, so nimmt sie effektiv Feuchtigkeit auf, die sich gleichmäßig verteilt und schnell nach außen diffundiert. 

Ständig weiterentwickelt wurde der Materialverbund „X-treme“ bzw. „X-treme light“ des österreichischen Feuerwehr-Bekleidungsspezialisten Texport. Über eine effektive Thermoisolation verzögert diese Technologie die Hitzestrahlung deutlich und ist dabei trotzdem komfortabel zu tragen. Darüber hinaus hat Texport in enger Zusammenarbeit mit DuPont und dem Gewebeanbieter Ibena eine neue Faser geschaffen, die sich auch nach langem Tragen und mehreren Wäschen nicht verändert. Hierbei handelt es sich um eine „Nomex“-Faser von DuPont, bei der die für Festigkeit sorgende „Para-Aramid-Faser“ durch Polyester ersetzt worden ist. 

S-Gard gibt Beschaffern die Möglichkeit, sich beim Oberstoff der „Ultimate“-Serie mit „Hainsworth Titan Technologie“ (doppellagiger Aufbau des Gewebes statt Vermischung von Nomex- und Kevlar-Garnen) für „Nomex“- oder „PBI“-Ausführung zu entscheiden. „PBI“ (des Gewebespezialisten PBI Performance Products) gilt als besonders feuer- und flammbeständig sowie widerstandsfähig. Um den Bedürfnissen der Feuerwehrleute nach schwerentflammbaren Geweben Rechnung zu tragen, bietet S-Gard zusätzlich das neu entwickelte Obermaterial „Trinity mit PBI“. „Trinity“ zeichnet sich nicht nur durch hohe Flammfestigkeit, sondern auch Zug- und Weiterreißbeständigkeit aus. Dabei fühlt sich das Material selbst weich und geschmeidig an. 

Der Blick auf die Farbe 

Der Blick auf die Farben verheißt ebenfalls Neues. Gold gewinnt an Verbreitung, kann aber Rot längst nicht ablösen. Dreifarbigkeit verzeichnet großen Erfolg. Ob mit Gold, Rot oder Blau als Basis – alles, was ins Auge fällt und wodurch sich die Einsatzkräfte gut auch voneinander unterscheiden, setzt sich mehr und mehr durch. „Das ist nicht nur ein Nischenmarkt. Es wird von der Freiwilligen Feuerwehr ebenso nachgefragt wie von Berufs- und Werksfeuerwehren bzw. Kollegen im Ausland“, beobachtet Heinemann. 

Segmentierte Reflexstreifen erhöhen die Sichtbarkeit von oben und seitlich. Die Bestreifung ist vorne und hinten unterschiedlich konzipiert, so dass man auch im Dunkeln auf weite Entfernung hin gut unterscheiden kann, ob jemand mit dem Rücken oder dem Gesicht zu einem steht. 

Optimierte Schnittführung 

Auch die Schnittführung trägt enorm zur Praxistauglichkeit und somit zum Tragekomfort bei. Dazu gehören Schulterpolster sowie Pads an den Knien und Ellenbogen – bei S-Gard aus Silikon-Carbon-beschichtetem Kevlar. Um Abnutzung vorzubeugen, sind Stoßkanten an Arm- und Beinsäumen verstärkt. 

Taschen wurden optimiert und zwar sowohl hinsichtlich ihrer Platzierung als auch Winkelung der Eingriffe für intuitive, schnelle Bedienung. Cargotaschen erhalten ein „Last-Kontroll-System“, so dass sie samt Inhalt einfach gegen Verrutschen fixiert werden können, indem sie näher an den Körper gezogen werden. Alle Bedien- und Verstellelemente wurden nochmals für die Bedienung mit Handschuhen optimiert und lassen sich jetzt noch leichter greifen. Bei Pfanner, österreichischer Feuerwehr-Spezialist, wird ab jetzt mit einem neuen Reißverschluss-Konzept gearbeitet, das sich ergonomisch noch leichter bedienen lässt. Damit die Rettungsschlaufe (sie ersetzt den Feuerwehrhaltegurt) sich in kritischen Situationen so schnell wie möglich herausziehen lässt, gibt es auch hier zahlreiche Weiterentwicklungen. S-Gard beispielsweise versieht die Jacken mit einer Depottasche für die Rettungsschlaufe, so dass sie nicht nur vor direkter Beflammung geschützt ist, sondern sich innerhalb von drei Sekunden herausziehen lässt und ein freies Sichtfeld bei der Bergung garantiert. 

Der Schuh dazu 

Der Anspruch an erhöhten Tragekomfort macht auch vor Schuhen nicht Halt. Auf der Suche nach „funktioneller Leichtigkeit“ hat Haix in Mainburg den Feuerwehrstiefel „Fire Hero 2“ entwickelt. Er zeichnet sich durch besondere Leichtbauweise aus. Trotzdem übertrifft die Schutzkappe alle Normen weltweit. Die Sohle wurde schlanker und dynamischer konzipiert. Dabei dämpft sie effektiv und hat gute Temperaturdämmung. Dank des Schnellverschluss-Systems verliert der Feuerwehrmann beim Anziehen keine Zeit. Schließlich ist er in der Optik und Sichtbarkeit unverwechselbar: Er hat eine feuerrote Zunge, ein feuerrotes Protector-System und gelbe Elemente in der Sohle. Für noch mehr Leichtigkeit stellt Haix mit „Fire Eagle“ noch den „kleinen Bruder“ vom „Fire Hero“ bei der A+A 2015 vor. Dieser vom Aussehen und der Machart mit einem Sportschuh vergleichbare Einsatzschuh wiegt jeweils weniger als 1.000 Gramm. „Durch die neue Farbe sind die Schuhe extrem gut sichtbar“, sagt Haix-Chef Ewald Heimerl, selbst ein erfahrener Feuerwehrmann. „So wird zum Beispiel bei Kriechbewegungen in der Reihe die Möglichkeit der visuellen Ortung des Vordermann deutlich verbessert.“ 

Mit Wearables in die Zukunft 

Nachdem S-Gard schon federführend beim „SensProCloth“-Forschungsprojekt dabei war, engagiert sich das Unternehmen jetzt im Kooperationsprojekt „Leuchtschutz“. Zusammen mit der PPS GmbH sowie dem Institut für Textil- und Verfahrenstechnik Denkendorf (ITV) entwickelte der Feuerwehr-Bekleidungsspezialist eine Leuchtschutzweste mit wasserdichten LEDs. Mit einer Akku-Dauer von acht Stunden können die LEDs farblich programmiert, die Leuchtkraft geregelt und die Blinkfunktion eingestellt werden. Bruno Schmitz, Geschäftsführer von S-Gard ist zufrieden: „Das Beleuchtungssystem hat den Thermoman-Test im Hause DuPont erfolgreich bestanden und ist darüber hinaus waschbar. Es muss lediglich vor dem Waschen die Steuereinheit aus der Weste entfernt werden.“ Zudem sollen die Westen mit einem Ortungssystem bestückt werden. Die Ortung läuft per Funk, GSM und GPS. Wo sich die Einsatzkräfte genau aufhalten, ist mittels einer Software mit einem offenen Kartensystem zu sehen. Die Westen sind seitlich in der Weite zu regulieren und haben einen Funktionskragen, der auch mit LEDs ausgerüstet sein kann. Sie sind in den Farben Weiß, Blau, Grün, Rot, Gelb und Orange erhältlich. 

Es gibt weitere Ansätze: Texport und S-Gard beteiligen sich am EU-Projekt „smart@fire“. Es beschäftigt sich mit der Integration von intelligenten Systemen in Bekleidung. Hersteller können sich hier mit Lösungen bewerben, die sie vorfinanziert und bis zu einem gewissen Stand entwickelt haben. Erfolgt eine Aufnahme ins Projekt, erhält man Unterstützung für die Weiterentwicklung bzw. Optimierung aus einem Fond von „smart@fire“. Ziel ist, kooperativ Lösungen für Sensoren, Ortungssysteme sowie Datentransfer- und Visualisierungssysteme zu entwickeln, die praxistauglich sind. Denn, so der Anspruch des Projektes: Jedes Jahr sterben mehr als 100 Feuerwehrleute, während sie das Leben anderer retten. „Smart@fire“ möchte die Risiken beim Bekämpfen von Feuer reduzieren. Ergebnisse sollen noch in diesem Jahr präsentiert werden. 

Quelle: aplusa.de

 
 
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