AMB 2014: Werkzeugmaschinenbranche bleibt positiv gestimmt ...

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AMB 2014: Werkzeugmaschinenbranche bleibt positiv gestimmt

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20.08.2014

Trotz Sanktionen gegen Russland reisen die Aussteller guten Mutes zur AMB

Russland ist im Moment das alles beherrschende Thema in Politik und Wirtschaft. Die jüngst von der EU beschlossenen Sanktionen werden nicht nur Auswirkungen auf die russische Wirtschaft haben. Rückwirkungen auf die deutsche und europäische Wirtschaft befürchtet der Verband Deutscher Maschinen- und Anlagenbau VDMA vor allem, wenn Russland Gegensanktionen beschließt. Dennoch blicken die meisten Werkzeugmaschinenbauer recht zuversichtlich in die Zukunft, wie der Verein Deutscher Werkzeugmaschinenfabriken VDW in Frankfurt betont. Und auch die Hersteller von Präzisionswerkzeugen reisen guten Mutes auf die AMB, internationale Ausstellung für Metallbearbeitung, die vom 16. bis 20. September 2014 in Stuttgart stattfindet. Ihre optimistischen Wachstumsprognosen von Anfang des Jahres erhalten sie unverändert aufrecht. Von der AMB erwarten sich alle positive Signale und Anregungen, wie das schwächelnde Russland-Geschäft mindestens wettgemacht werden kann.

„Unverändert gut“
AMB 2014 Die meisten Hersteller von Werkzeugmaschinen und Präzisionswerkzeugen scheinen bislang von dem schwächelnden Export noch nicht allzu sehr betroffen zu sein, heißt es beim VDW. Geschäftsführer Dr. Wilfried Schäfer: „Im Schnitt geht es der Branche momentan unverändert gut; unsere Prognose eines Produktionswachstums von rund drei Prozent scheint angesichts der Auftragsbestände zur Jahresmitte bereits gesichert.“ Schon das Jahr 2013 sei gut für die Werkzeugmaschinenindustrie gewesen, 2014 werde der Branche weiter Auftrieb geben. Schäfer führt diese Robustheit darauf zurück, dass man in den zurückliegenden Monaten seine Hausaufgaben gemacht habe: „Von unseren Unternehmen wurden brillante Arbeit und Weiterentwicklung geleistet, um sich am Weltmarkt weiter zu behaupten.“ Dennoch verschließe auch der VDW nicht die Augen vor der Realität: „Es darf bei allen Erfolgsmeldungen nicht verkannt werden, dass der schwelende Russland-Konflikt der Branche nachhaltig Probleme bereiten kann, deren Ausmaß wir heute noch nicht beurteilen können.“

Von den bereits Anfang des Jahres vom VDMA verzeichneten Bremsspuren hatte der VDW jedenfalls nichts bemerkt. Im ersten Quartal war der Auftragseingang gegenüber dem Vergleichsquartal 2013 um zehn Prozent gestiegen. Das lag vor allem an der regen Inlandsnachfrage, die sogar um satte 20 Prozent anzog – Folge eines sich auflösenden Investitionsstaus. Das Ausland legte aber auch um immerhin fünf Prozent zu. So erwartet Dr. Schäfer von der bevorstehenden AMB vor allem eine gute Kundenresonanz aus dem Inland. „Für uns wäre es wichtig, das Signal zu bekommen, dass in den verschiedenen Kundenbranchen Investitionsbereitschaft besteht und die Unternehmen möglichst zahlreiche Verkaufsabschlüsse auf der Messe für sich verbuchen können.“ Die AMB biete die ideale Plattform, um zukunftsweisende Entwicklungen, beispielsweise im Bereich der Energieeffizienz oder der Vernetzung der Maschinen im Industrieumfeld in Szene zu setzen und so neue Impulse zu geben. „Nur durch weitere Innovationen bei gleichbleibend exzellenter Qualität, gepaart mit einem klaren Augenmerk auf guten Service, wird es auch in Zukunft der Branche gelingen, ihre Spitzenposition in der Welt zu behaupten.“

Westeuropa löst Investitionsstau auf
An den zu Anfang des Jahres gestellten Prognosen halten auch die Vertreter des Fachverbands Präzisionswerkzeuge im VDMA fest, wie dessen Sprecher Alfred Graf Zedtwitz auf Anfrage erklärt: „Wir gehen weiterhin von einem Umsatz- und Produktionswachstum von vier Prozent aus.“ Lothar Horn, Verbandsvorsitzender und Geschäftsführer der Tübinger Hartmetall-Werkzeugfabrik Paul Horn GmbH, führt das ebenfalls auf den sich auflösenden Investitionsstau zurück, wobei schon das Jahr 2013 das zweite Jahr in Folge auf absolutem Rekordniveau war. Seine positiven Aussichten für das laufende Jahr begründet Horn mit Produktionserweiterungen der beiden wichtigsten Kundenbranchen: Dem Maschinenbau und der Automobilindustrie.

Schon Anfang des Jahres verwies Verbandschef Horn auf Impulse aus den sich erholenden westlichen Nachbarländern. Unterstützt wird seine These jetzt beispielsweise durch Großbritannien. Die lange schwächelnde britische Wirtschaft legt neuerdings wieder kräftig zu, wie die Economist Intelligence Unit (EIU) gerade verkündete. Danach rechne man mit einem Anstieg des Bruttoinlandsprodukts im laufenden Jahr um 3,1 Prozent nach 1,7 Prozent in 2013. Besonders erfreulich sei das für den deutschen Maschinenbau, wie die Deutsch-Britische Industrie- und Handelskammer (AHK UK) schätzt. Sie begründet ihren Optimismus mit dem deutlich geringeren Automatisierungsgrad im Vereinigten Königreich. Gerade deutsche Unternehmen könnten dabei helfen, in diesem Bereich aufzuholen. Für zusätzliche Anreize sorgten Steuersenkungen für Firmenansiedlungen und Förderungen von Forschung und Entwicklung. Außerdem wurden die Abschreibungsmöglichkeiten für Investitionen in Maschinen und Anlagen verbessert. In diesem und dem kommenden Jahr wollen britische Unternehmen laut Germany Trade & Invest (GTAI) deshalb verstärkt in Ausrüstungs- und Produktionsanlagen investieren. Gestützt wird der Aufschwung vor allem durch die wieder boomende Automobilindustrie, einem der wichtigsten Absatzmärkte für den Maschinenbau.

Trotz Russlandkrise und anderen Unwägbarkeiten blieb der Branchenprimus, die DMG Mori Seiki AG, die gerade ihre Halbjahreszahlen vorlegte, genau im Plan. Demnach stieg der Auftragseingang der Bielefelder um 13 Prozent und der Umsatz legte um sechs Prozent zu. Dabei übertrafen die Zuwächse der Inlandsbestellungen die aus dem Ausland, was die These des starken Inlandsmarktes bestätigt. Vorstandsvorsitzender Rüdiger Kapitza erwartet auch für das gesamte Jahr 2014 positive globalwirtschaftliche Rahmenbedingungen: „Die gegenwärtig stabile Wirtschaftsentwicklung in Deutschland, die verbesserte konjunkturelle Situation in Europa und die stabile Wachstumsdynamik in den USA sollten sich auch positiv auf das Ergebnis auswirken.“

Mögliche Russland-Ausfälle sollen in Kooperation mit Partner Mori Seiki durch Erschließen kleinerer Märkte wie Ungarn, Vietnam, die Philippinen, Rumänien oder Venezuela kompensiert werden. Kapitza rechnet insgesamt in der zweiten Jahreshälfte sogar mit einer Belebung des Geschäfts, wobei er „besondere Impulse für den Auftragseingang von den Herbstmessen und Technologieausstellungen“, darunter der AMB (Halle 7, 7A01) in Stuttgart, erwartet, „auf denen wir gemeinsam mit unserem Kooperationspartner zehn Weltpremieren präsentieren werden“.

Auf einer Fläche von über 2.000 m2 zeigt der Weltmarktführer DMG Mori ein repräsentatives Spektrum ganzheitlicher Fertigungslösungen aus einer Hand – von der maschinen-integrierten Lösung über flexible Fertigungszellen und -systeme bis hin zu Turnkey-Projekten für die Massenproduktion von Motorenkomponenten im Automotive-Bereich. Insgesamt stellt das Unternehmen 46 Hightech-Maschinen aus - durchweg im neuen DMG Mori Design, davon 29 mit CELOS. Die CELOS APPs sollen dem Anwender die durchgängige Verwaltung, Dokumentation und Visualisierung von Auftrags-, Prozess- und Maschinendaten erleichtern. Damit werde CELOS zu einem Schlüsselelement für die vernetzte, intelligente Produktion und ist ein wesentlicher Schritt in Richtung Industrie 4.0.

Als besonderes Highlight präsentiert DMG Mori drei Weltpremieren auf der AMB, namentlich das neue Vertikal-Bearbeitungszentrum DMC 1450 V, die 4. Generation der 5-Achs-Universalmaschine DMU 125 P duoBLOCK® sowie die LASERTEC 45 Shape zum hochpräzisen 3D-Laserabtragen und Texturieren in einer neuen Dimension.

Service wird immer wichtiger fürs Geschäft
Positiv gestimmt ist man auch beim AMB-Aussteller Haas Automation Europe, US-amerikanischer Werkzeugmaschinenhersteller mit Europaniederlassung in Brüssel. Dort kletterte der Umsatz im ersten Halbjahr um 30 Prozent im Vergleich zum ersten Vorjahreshalbjahr. Damit habe man weit über der Wachs-tumsprognose des europäischen Werkzeugmaschinen-Dachverbandes CECIMO von zwei Prozent gelegen. Jens Thing, seit dem Frühjahr Europa-Geschäftsführer, führt den ungewöhnlichen Erfolg auch auf die 37 Factory Outlets in Europa zurück: „Unsere Kunden wissen es zu schätzen, dass die Produkte und der Support von Haas in Bezug auf Wert, Leistung und Zuverlässigkeit genau ihren Erwartungen entsprechen. Das gilt umso mehr, da sie die Möglichkeit haben, Maschinen großer einheimischer Zulieferer zu erwerben.“ Haas will seinen Umsatz in den nächsten Jahren immerhin auf zwei Milliarden US-Dollar verdoppeln. Europa spiele dabei die wichtigste Rolle.

„Auf der AMB wollen wir zeigen, dass Unternehmen durch unsere Technologie in Verbindung mit besonderen Dienstleistungen aus ihrer Investition eine maximale Rendite bei gleichzeitig minimalem Risiko erzielen können“, erklärt Haas-Marketingleiter Bert Maes. Verfügbarkeit und Preise von Ersatzteilen seien oft unterschätzte, sehr wichtige Faktoren im Werkzeugmaschinenmarkt. Zwar böten andere Unternehmen Werkzeugmaschinen zu ähnlichen Preisen, der Kundenservice sei aber oft eingeschränkt und unzuverlässig. 170 voll ausgestattete Ersatzteilzentren betreibe Haas derzeit weltweit. 99 Prozent der benötigten Ersatzteile könnten noch am Tag der Bestellung mit lokalen Servicefahrzeugen ausgeliefert werden, und das zu moderaten Kosten für Teile und Dienstleistung. Ziemlich einzigartig sei es auch, den Kunden vollen Zugriff auf eigene Daten zu gewähren, sodass diese selbst Wartungsarbeiten und Fehlersuche durchführen könnten. Wichtiger Bestandteil des webbasierten Kunden-Service-Systems ist außerdem eine große Bibliothek von Video-Anleitungen. Über das Portal lassen sich auch Ersatzteile binnen Minuten suchen und bestellen. Bert Maes: „Solche Informationen helfen dem Kunden bei der Instandhaltung und beim Beheben von Störungen, sie steigern so seine Rentabilität.“

VDMA-Studie zeigt Stärken und gibt Empfehlungen
Mit dieser Strategie sieht sich Haas auch in Übereinstimmung mit der gerade erschienen Studie „Zukunftsperspektive deutscher Maschinenbau“ des VDMA. Sie entstand in Zusammenarbeit mit der Unternehmensberatung McKinsey & Company, 333 Unternehmen aller Größenordnungen nahmen teil. Zehn Erfolgsmuster kristallisierten sich dabei heraus. Für die einen ergibt sich Erfolg durch Größe, Innovationskraft und Internationalisierung, aber auch durch Fokussierung auf das Kerngeschäft und operative Exzellenz. Andere profitieren von den spezifischen Vorteilen als Lösungs- oder Komponentenanbieter, einer Premiumposition oder eben einem erfolgreichen Aftersales- und Servicegeschäft.

„Mit einer durchschnittlichen EBIT-Marge von über sechs Prozent im Jahr 2012 und einem Umsatzwachstum von jährlich mehr als zwei Prozent seit 1995 ist der Maschinen- und Anlagenbau ein Symbol für die deutsche Wirtschaftskraft“, konstatierte VDMA-Präsident Dr. Reinhold Festge bei der Vorstellung der Studie in Frankfurt. Doch die Wettbewerbsbedingungen veränderten sich: Vor allem „Low-Cost-Anbieter“ mit steigender Qualität verschärften den Wettbewerb in Branchen, in denen das Gütesiegel ‚Made in Germany‘ noch der Benchmark sei. Das führt zu einer Art Spagat, denn gleichzeitig forderten Kunden immer häufiger individuelle Systemlösungen. Fast drei Viertel der befragten Unternehmen vermelden der Studie zufolge eine steigende Nachfrage nach kundenspezifischen System- und Integrationslösungen. Die Verlagerung der Nachfrage in Länder außerhalb Europas sehen längerfristig 70 Prozent. 60 Prozent sehen Aftersales und Service als wichtige Zukunftsthemen. Auf alle Trends sehen sich die Unternehmen des deutschen Maschinen- und Anlagenbaus meist gut vorbereitet. So wundert es nicht, dass sie die Entwicklungen eher als Chance, nicht als Risiko ansehen. Fast die Hälfte der Unternehmen rechnet jedoch damit, dass sich sowohl die Vor- als auch die Nachteile des Standorts Deutschland in Zukunft stärker als bisher auf Profitabilität und Wachstum der Maschinen- und Anlagenbauer auswirken werden.

Die Studie gibt nicht nur den Status quo wieder, sondern leitet sechs Handlungsfelder für die Zukunft ab. Dabei habe man versucht, die ermittelten Erfolgsfaktoren miteinander zu kombinieren. So sollten Unternehmen auf die Verlagerung der Exportmärkte mit einer „zielgerichteten Internationalisierungs- und Wachstumsstrategie mit dem jeweils passenden Geschäftsmodell“ reagieren. Der Ausbau des Aftersales- und Servicegeschäfts könne durch integrierte Lösungen und eine optimierte Servicenetzwerkstrategie beflügelt werden. Weitere Standardisierung und Modularisierung soll helfen, den Spagat zwischen preissensiblen Kunden einerseits und auf individuelle Lösungen wert legende Kunden andererseits zu bewältigen. Der Produkt-und Portfoliowert eines Unternehmens lasse sich durch kundenwertorientierte Innovation und kontinuierliche Reduzierung der Produktkosten optimieren. Um die Qualitäts- und Produktivitätsvorteile des Standorts Deutschland zu erhalten, müsse eine exzellente heimische Wertschöpfung angestrebt werden, wobei neue Technologien wie Industrie 4.0 helfen. Schließlich sollten die Unternehmen auf ein „stringentes, risikodifferenziertes Projektmanagement im Lösungsgeschäft“ achten, um ihre Margen zu sichern. Eine Menge Gesprächsstoff also für die AMB-Aussteller und ihre Besucher.

Zur AMB 2014 werden vom 16. bis 20. September mehr als 90.000 Fachbesucher und rund 1.300 Aussteller erwartet. Auf über 105.000 Bruttoquadratmetern sind Innovationen und Weiterentwicklungen aus der Zerspantechnik und der Präzisionswerkzeugindustrie, aber auch Spannzeuge, CAD, CAM, CAE, Software, Schleifmaschinen, Werkstück- und Werkzeughandhabung sowie Messtechnik zu sehen. Unterstützt wird die AMB 2014 von den ideellen Trägerverbänden VDMA-Fachverband Präzisionswerkzeuge, VDMA Fachverband Software sowie VDW-Verein Deutscher Werkzeugmaschinenfabriken e.V.

 

Quelle: messe-stuttgart.de

 
 
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