AMB 2016:
Techniktrends bei Werkzeugmaschinen ...

www.messekurier.de | Tel. +49 511 - 806 805 0 | Telefax: +49 511 - 806 805 25 | info(at)fachverlag24(dot)de
 
Ihr Unternehmen auf Messekurier.de

AMB 2016:
Techniktrends bei Werkzeugmaschinen

Mit den Messekurier-RSS-Feeds immer auf dem neusten Stand

Weitere Potenziale durch Vernetzung

Der Weg hierzu scheint mit dem Schlagwort „Industrie 4.0“, 2011 von der Bundesregierung kreiert, vorgezeichnet. „Es geht darum, neuen Kundennutzen durch Vernetzung zu generieren. Wie im privaten Leben auch, können sehr viele Tätigkeiten vereinfacht oder sogar automatisiert werden“, erklärt Prokop. Das Denken in Vernetzungslösungen sei für viele Unternehmen jedoch noch neu und benötige einen veränderten Blickwinkel. Die Maschine dürfe nicht mehr allein im Fokus stehen. Vielmehr muss sie optimal in die Intralogistik eines Unternehmens eingebettet werden.

Dem einen oder anderen Aussteller der mittelständisch geprägten Vorzeigebranche dürfte bei diesen Aussichten etwas mulmig werden. Übernehmen jetzt die Nerds die Maschinensteuerung? Drohen ähnliche Entwicklungen wie in der Automobilindustrie, wo sich die Riesen der digitalen Welt als Quereinsteiger ein gehöriges Stück des Kuchens abschneiden wollen?

Nicht in Panik verfallen

Professor Dr.-Ing. Gisela Lanza leitet den Bereich Produktionssysteme am wbk Institut für Produktionstechnik des Karlsruhe Institut für Technologie (KIT). Globale Produktionsstrategien, Produktionssystemplanung und Qualitätssicherung sind ihre Themen. Sie rät dazu, sich intensiv mit dem Thema zu beschäftigen, ohne in Panik zu verfallen. „Die kleineren und mittleren Unternehmen sollten das Thema fokussiert in kleinen Projekten angehen. Sie können in diesem Themenfeld von ihrer Geschwindigkeit und Agilität stark profitieren, müssen ihre Ressourcen und Kapazitäten jedoch zielgerichtet einsetzen.“

Die zunehmende Bedeutung des Themas bestätigt Jochen Nahl, Mitglied der Geschäftsführung der Grob-Werke GmbH & Co. KG (Halle 5, Stand C38): „Generell erwarten die AMB-Besucher flexible Fertigungssysteme, die eine Möglichkeit zur Vernetzung mit anderen Maschinen und Anlagen bieten.“ Darüber hinaus würden Analysedaten und Datenbanken zum Thema, „um eine höhere Verfügbarkeit und Effizienz bei Produktionsanlagen zu erzielen.

Ganz nüchtern geht man das Thema bei der österreichischen Emco-Group (Halle 5, Stand B75) an. CEO Dr. Stefan Hansch: „Abseits aller Visionen und überzogenen Erwartungen des Industrie 4.0-Hypes zählt in der Praxis ausschließlich der Kundennutzen. Für den Bediener geht es immer darum die richtige Information zum richtigen Zeitpunkt an der richtigen Stelle verfügbar zu haben.“

Maschinen immer leistungsfähiger

Trotz aller Bits und Bytes werden die Werkzeugmaschinen selbst immer noch leistungsfähiger und wirtschaftlicher. Ein Beispiel beschreibt Dr.-Ing. Oliver Gossel, Vertriebsleiter der Röders GmbH (Halle 9, Stand C58). Die neueste Technologie erziele „erhebliche Einsparungen bei der Bearbeitungszeit über eine Optimierung von Regelung und Bahnplanung“. Und mittlerweile sei die Fertigung optischer Flächen sogar in gehärtetem Stahl möglich. Genauigkeiten von +/-1 µm am Werkstück oder Oberflächengüten von Ra 5 nm in gehärteten Werkzeugstahl seien heute machbar.

Auch Walter Börsch, CEO der Schweizer Starrag Group (Halle 7, Stand C38) mit mehreren Tochterunternehmen in Deutschland, erwartet von der AMB mehr als nur Softwareinnovationen. „Technische Trends sind Kinematiken, die eine Rundum-Bearbeitung ermöglichen, Maschinen mit höherer Produktivität je Stellfläche und auf den jeweiligen Kundennutzen abgestimmte Maschinenkonfigurationen.“

Integration neuer Technologien

Ein weiteres heißes AMB-Thema: „Additive Manufacturing“. Eine direkte Gefahr für die Zerspanung dürfte dieses relativ junge Fertigungsverfahren am Übergang in die Serie so bald nicht werden. Aber völlig dran vorbei kommen die Werkzeugmaschinen-Hersteller nicht, zu frappierend sind die Vorteile. Und so bauen sie solche Verfahren einfach in ihre Maschinen mit ein, wie es Manfred Maier, COO der Heller-Gruppe (Halle 5, Stand B55), beschreibt. Es gehe „um das intelligente Kombinieren von Materialauftrag, -verbund und -abtrag. Hier kommen Laser-Technik, Reib-Rühr-Schweißen, Metallauftragsspritzen und andere Technologien ins Spiel.“ Konkret nutzt Heller dies bereits mit Erfolg beim Beschichten von Zylinderbohrungen in Aluminium-Kurbelgehäusen von Verbrennungsmotoren.

Ebenfalls schon Realität ist ein Programmieren und Drucken im 3-Achs-Bearbeitungszentrum bei der Hurco GmbH (Halle 5, Stand C72). „Wir zeigen auf der AMB ein mit einem 3D-Druckkopf ausgerüstetes Bearbeitungszentrum“, kündigt Geschäftsführer Michael Auer an. Dabei sitzt der Kopf wie ein herkömmliches Werkzeug in einer Werkzeugaufnahme. „Damit können erstmalig in einem Vorgang und ohne Unterbrechung 3D-Modelle programmiert und in 3D gedruckt werden; Maschinen, Materialien und Kosten werden so effizient und ressourcenschonend eingesetzt.“

Effiziente Bearbeitung in einer Aufspannung

Eine ganze Reihe technischer Trends jenseits der weichen Ware beobachtet Danny Basic von der SHW Werkzeugmaschinen (Halle 9, Stand C52) GmbH: „In der Komplettbearbeitung von zunehmend komplexer werdenden Großteilen ist nach wie vor die Zerspanung in einer bzw. möglichst wenigen Aufspannungen sowie steigende Anforderungen an die Effizienz bei der Produktion gefragt.“ Dabei gehe es den Anwendern um „Bearbeitungszeiten, Energiekosten, Rüstzeiten, eine mannarme Fertigung und Mehr-Maschinen-Bedienung“.

Nur nicht Umspannen, lautet also die Devise. „Allgemein geht der Trend weiterhin hin zur Integration mehrerer Technologien in einer Bearbeitung, eine intensive und eine prozesssichere Automatisierung“, weiß Udo Hipp von der Maschinenfabrik Berthold Hermle AG (Halle 7, Stand D52).

„Modularität und vielfältige Einsatzmöglichkeiten sind für den Anwender von Werkzeugmaschinen ein klares Kaufargument“, berichtet auch Stephanie Riegel-Stolzer, Geschäftsleitung der Kasto Maschinenbau GmbH & Co. KG (Halle 6, Stand B11/12). Der Trend gehe weg von teuren Spezialanfertigungen, hin zu günstigen und wirtschaftlichen Standardlösungen, die aber dennoch „viele unterschiedliche Aufgaben erledigen können“.

Über die AMB

Zur AMB 2016 in Stuttgart werden vom 13. bis 17. September mehr als 90.000 Fachbesucher und über 1.400 Aussteller erwartet. Sie zeigen auf rund 105.000 Bruttoquadratmetern Innovationen und Weiterentwicklungen für spanende und abtragende Werkzeugmaschinen, Präzisionswerkzeuge, Messtechnik und Qualitätssicherung, Roboter, Werkstück- und Werkzeughandhabungstechnik, Industrial Software & Engineering, Bauteile, Baugruppen und Zubehör. Unterstützt wird die AMB 2016 von den ideellen Trägerverbänden VDMA Fachverband Präzisionswerkzeuge, VDMA Fachverband Software und Digitalisierung sowie VDW Verein Deutscher Werkzeugmaschinenfabriken.

 

 

Quelle: messe-stuttgart.de

 
 
 
Ihr Unternehmen auf Messekurier.de

Zurück Alle Messe News