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Analytica 2014: Forschungsvorhaben

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01.04.2014

Diesen Artikel finden Sie in der Ausgabe Analytica 2014 vom Messekurier

Schwermetalle und Schadstoffe gezielt aus Klärschlämmen entfernen

Um Klärschlämme besser und sicherer in Landwirtschaft und Gartenbau nutzen zu können, fördert das Bundeslandwirtschaftsministerium (BMEL) im Programm zur Innovationsförderung durch die die Bundesanstalt für Landwirtschaft und Ernährung (BLE) den Forschungsverbund CARBOWERT.

Dieser versucht durch hydrothermale Carbonisierung aus Klärschlämmen hochwertige Bodenhilfsstoffe und Dünger zu entwickeln. Die hydrothermale Carbonisierung (HTC) wird seit einigen Jahren vermehrt in Wissenschaft und Forschung untersucht. Dabei richtete sich das Augenmerk bisher jedoch besonders auf die Behandlung von Biomassen zur Erzeugung alternativer Brennstoffe. Untersuchungen zur landwirtschaftlichen und gartenbaulichen Nutzung von hydrothermal erzeugten Kohlen liegen nur vereinzelt vor und basieren vornehmlich auf der Behandlung von Biomassen mit relativ hohen Trockenmasseanteilen und geringen Nährstoffgehalten.

Da die HTC-Technologie sich aber besonders für die Behandlung sehr feuchter und flüssiger Ausgangsmaterialien eignet, wird im Verbundvorhaben CARBOWERT untersucht, ob durch die hydrothermale Behandlung eine verbesserte Nutzung von Klärschlämmen in Landwirtschaft und Gartenbau erzielt werden kann. Eine der zentralen Fragen der Forschungsarbeiten ist, ob und wie durch die HTC-Behandlung Schwermetalle und weitere Schadstoffe aus den Klärschlämmen eliminiert oder ausgeschleust werden können. Gleichzeitig wird ermittelt, ob durch die HTC-Behandlung positive Effekte auf den Nährstoff- und Wasserhaushalt im Boden sowie das Klima (Kohlendioxid-Speicherung) erzielt werden können.

Hierzu sollen die im Labormaßstab bereits erzielten, ersten Erkenntnisse der Prozesssteuerung vertieft untersucht und auf eine großtechnische Anlage übertragen werden. Die Eigenschaften und meliorativen Effekte der so erzeugten HTC-Kohlen werden in begleitenden Labor-, Gewächshaus- und Feldversuchen bestimmt. Das im Oktober 2013 gestartete Vorhaben ist für einen Zeitraum von 36 Monaten geplant und wird mit insgesamt 1,69 Millionen Euro unterstützt. Das Helmholtz-Zentrum für Umweltforschung GmbH (UFZ) koordiniert das zusammen mit dem Deutschen Biomasseforschungszentrum (DBFZ), der TerraNova Energy GmbH und der Hochschule Trier durchgeführte Forschungsvorhaben.

Hintergrund
Im Helmholtz-Zentrum für Umweltforschung (UFZ) erforschen Wissenschaftler die Ursachen und Folgen der weit reichenden Veränderungen der Umwelt. Sie befassen sich mit Wasserressourcen, biologischer Vielfalt, den Folgen des Klimawandels und Anpassungsmöglichkeiten, Umwelt- und Biotechnologien, Bioenergie, dem Verhalten von Chemikalien in der Umwelt, ihrer Wirkung auf die Gesundheit, Modellierung und sozialwissenschaftlichen Fragestellungen.

Ihr Leitmotiv: Unsere Forschung dient der nachhaltigen Nutzung natürlicher Ressourcen und hilft, diese Lebensgrundlagen unter dem Einfluss des globalen Wandels langfristig zu sichern. Das UFZ beschäftigt an den Standorten Leipzig, Halle und Magdeburg über 1.100 Mitarbeiter. Es wird vom Bund sowie von Sachsen und Sachsen-Anhalt finanziert. Die Helmholtz-Gemeinschaft leistet Beiträge zur Lösung großer und drängender Fragen von Gesellschaft, Wissenschaft und Wirtschaft durch wissenschaftliche Spitzenleistungen in sechs Forschungsbereichen: Energie, Erde und Umwelt, Gesundheit, Schlüsseltechnologien, Struktur der Materie, Verkehr und Weltraum.

Die Helmholtz-Gemeinschaft ist mit fast 34.000 Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern in 18 Forschungszentren und einem Jahresbudget von rund 3,8 Milliarden Euro die größte Wissenschaftsorganisation Deutschlands. Ihre Arbeit steht in der Tradition des Naturforschers Hermann von Helmholtz (1821-1894).

TEXT: HELMHOLTZ-ZENTRUM FÜR UMWELTFORSCHUNG GMBH - UFZ
PERMOSERSTR. 15
04318 LEIPZIG
DEUTSCHLAND

 
 
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