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CeMAT 2014: Die Intralogistik löst die Herausforderungen der Zukunft

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18.03.2014

Statement Dr. Christoph Beumer anlässlich der CeMAT Preview Pressekonferenz

Geschäftsführender Gesellschafter und Vorsitzender der Geschäftsführung der BEUMER Group GmbH & Co. KG
Vorsitzender des CeMAT-Präsidiums
Vorstandsmitglied des VDMA-Fachverbands Fördertechnik und Logistiksysteme
Stellvertretender Vorsitzender der Bundesvereinigung Logistik e.V. (BVL)

Meine Damen und Herren,
die Logistik – und als Teil davon die Intralogistik – ist als drittgrößte Branche nach dem Handel und der Automobilindustrie eine der tragenden Säulen der deutschen Wirtschaft.

Die Intralogistik steht jedoch global gesehen vor gewaltigen Herausforderungen: - eine davon ist die Globalisierung und die weltweite Vernetzung. Unsere Welt befindet sich in einem immer schnelleren Wandel. Politische und geografische Grenzen verschwimmen – oder werden neu gezogen. Die Globalisierung verändert die Wirtschaft und die Märkte: Sie werden einerseits immer internationaler, andererseits immer regionaler: Einerseits lassen sich Menschen aus Europa ihre im Internet konfigurierten Laptops in Texas zusammenbauen – und möchten diese aber in spätestens 48 Stunden später an der Haustür haben –, andererseits wollen sie das Biogemüse aus der Region essen. Ebenso bedienen sich Unternehmen am Weltmarkt, möchten aber auf ihren Sonderteile-Zulieferer von um die Ecke nicht verzichten.

Auf ein solches Beschaffungs-, Produktions- und Absatzverhalten müssen sich alle Unternehmen – ob groß oder klein – einstellen. Das bedeutet tiefgreifende Veränderungen in der gesamten Supply Chain und erfordert eine enorme Flexibilität. Beides ist nur mit der richtigen Intralogistik zu erreichen.

Die weltweite datentechnische Vernetzung ist dabei längst keine Zukunftsmusik mehr. Ich meine nicht die Computer oder Smartphones, die über das Internet miteinander kommunizieren, sondern die Vernetzung von Maschinen, Bauteilen, Verpackungen und Waren: Hier entsteht ein riesiges, allumfassendes Netzwerk, bei dem das uns heute bekannte Internet nur der Informationsteil sein wird. Dieses Netzwerk wird die logistischen Abläufe von Grund auf verändern.

Eine weitere Herausforderung für die Intralogistik sind die immer kürzer werdenden Lebenszyklen von Produkten und Waren. Denn das führt zu schnellen Sortimentswechseln, zu einem beschleunigten Kaufverhalten und zu einer enormen Erwartungshaltung der Kunden. Sie sehen das am deutlichsten, wenn ein neues iPhone herauskommt: Die langen Schlangen vor den Apple Stores sind nicht nur eine Herausforderung für die Verkäufer, sondern vor allem für die Intralogistik, die dem Ansturm vor- und nachgelagert ist.Ein weiterer Punkt ist die Individualisierung der Gesellschaft. Im Zuge der großen Globalisierung und Vernetzung bewegen sich die Menschen nicht in allen Lebensbereichen mit dem Strom. Ihre Individualität möchten sie in ihrem Konsumverhalten ausdrücken. Das sieht man zum Beispiel an der immer größer werdenden Auswahl von Sonderausstattungen für Autos. Früher gab es den VW-Käfer in der Standard- und in der Export-Ausführung, jeweils in vier Farben. Den VW-Golf, so hat Professor Florian Klug im Jahr 2010 herausgefunden, gab es da bereits in 1023 theoretischen Varianten, und Mercedes baute im Werk Rastatt in einem Jahr 1,1 Millionen A-Klassen, von denen genau zwei Stück gleich waren. Man könnte sagen: „normal ist out“. Das ist nicht nur beim Auto zu bemerken, sondern überall. Produzierende Betriebe könnte das in den Wahnsinn treiben, hätten sie nicht die Intralogistiker. Diese managen solche drastisch steigenden Varianten- und Auftragsmengen – bei immer kleineren Auftragsgrößen. Denn die Intralogistik steuert immer mehr auch die Produktion.

Auch die Atomisierung der Bestellungen und damit auch der Warenlieferungen sorgt für eine tiefgreifende Veränderung der Intralogistik und ihrer Prozesse. Kein gewerblicher oder privater Besteller macht sich Gedanken, welcher intralogistische Aufwand dahintersteckt, wenn das eine Teil bestellt wird, und das zweite ein paar Minuten später – mit dem Anspruch, das bitteschön in eine Lieferung zusammenzufassen. Hier spielt natürlich der wachsende Internet-Handel eine Rolle: Jeder bestellt die Dinge, die er gerade braucht, direkt zu sich nach Hause. Und das in kleinsten Mengen, egal woher, rund um die Uhr.Eine weitere Herausforderung für die Intralogistik ist der demografische Wandel. Das ist nicht neu, jedoch wächst diese Herausforderung, und zwar in mehrfacher Hinsicht:- Erstens nimmt die Lebensarbeitszeit dadurch immer mehr zu. Das bedeutet: Die Menschen müssen auch in den Logistikanlagen und Warenverteilzentren immer länger arbeiten. Hier müssen wir als Hersteller und Branche Hilfestellungen leisten.

- Zweitens nimmt durch das Älterwerden der Gesellschaft der Distanzhandel deutlich zu. Das liegt nicht nur an den bequemen Bestellmöglichkeiten vom Computer aus, sondern auch daran, dass viele Menschen nicht mehr in der Lage sind, einkaufen zu gehen. In Frankreich bewegt sich der Anteil an Lebensmitteleinkäufen über das Internet bereits bei mehr als 10 Prozent, die Tendenz steigt. Dieses Kaufverhalten verändert Intralogistik-Prozesse nachhaltig.

- Drittens: Der demografische Wandel zieht auch eines nach sich: den Mangel an Fachkräften. Auch das ist eine Herausforderung für die Intralogistik. Denn ohne qualifizierte Mitarbeiter kann man technische oder prozessorientierte Herausforderungen nicht lösen.

Liebe Journalisten aus dem Ausland: Den Fachkräftemangel spüren wir hier in Deutschland sehr massiv. Vielleicht können Sie ja den technisch ausgebildeten jungen Menschen in Ihrem Land, die möglicherweise auf der Suche nach einem Berufseinstieg sind, eine ganz wichtige Information mitbringen: Sie sind in Deutschland sehr gefragt und herzlich willkommen!

Laden Sie sie auf die CeMAT ein! Mit Sicherheit finden diese jungen Menschen dort einen guten Weg in ihre Zukunft! Vielleicht können Sie sie insbesondere auf den Job- und Career-Market in Halle 13 hinweisen. Oder noch besser: Sie sollen direkt auf unseren Stand in Halle 27 kommen!

Die Intralogistik-Branche ist sehr international. Die BEUMER Group zum Beispiel ist in rund 70 Ländern vertreten. Hier haben Bewerber und Mitarbeiter alle Möglichkeiten.

Meine Damen und Herren,
die Intralogistik steht vor Herausforderungen. Das Gute daran ist: Die Intralogistik löst vor allem Herausforderungen. Das werden Sie auch auf dieser CeMAT wieder an allen Ecken und Enden zu sehen und zu spüren bekommen. Denn die CeMAT ist eine Messe, die international für ihr großes, und ich möchte sagen, umfassendes Schaufenster mit konkreten Exponaten steht. Wir zeigen an unserem Messestand zum Beispiel einen 40 Meter langen Sorter, der im richtigen Leben bis zu 22.500 Teile pro Stunde sortieren kann und an dem wir ganz unterschiedliche Features vorstellen werden, die so manche Herausforderungen lösen.

Die Herausforderungen, die ich Ihnen eben skizziert habe, haben enorme Auswirkungen auf die Intralogistikbranche. Logistische Prozesse können nicht länger einzeln und voneinander isoliert betrachtet werden. Vielmehr müssen Unternehmen sämtliche Informations- und Güterflüsse – sowohl unternehmensübergreifend als auch intern – ganzheitlich betrachten, planen und dabei kontrollieren.

Der Wettbewerb entscheidet sich nicht mehr zwischen Unternehmen, sondern zwischen den Innovationen gesamter Wertschöpfungsketten.

Die einzelnen Elemente dieser Ketten werden mit immer mehr Intelligenz ausgestattet. Und diese Intelligenz steuert immer häufiger sich selbst, das heißt: Die intelligente Automatisierung nimmt zu. Dies ermöglicht eine hoch effiziente Verkettung und Vernetzung der Prozesse und aller beteiligten Elemente.

Diese Vernetzung gibt es in der Intralogistik schon länger. Aber die Bezeichnung dafür ist noch relativ neu: Industrie 4.0.

Das wäre übrigens auch meine Antwort auf die Frage, wie weit wir als Unternehmen, wie weit die Branche in Sachen Industrie 4.0 sei: Die intelligente Vernetzung von Waren, Prozessen, Menschen und Standorten sowie die Automatisierung ist schon seit jeher ureigenste Aufgabe der Intralogistik. Nur die Technologien verändern sich. Die Intelligenz findet immer mehr dezentral statt.

Für diese Art der Vernetzung braucht es eine sichere und zuverlässige Technik. Dies beinhaltet zum Beispiel immer mehr Prozessoren, Bedienelemente, Software, Steuerungen und vieles mehr. All das muss in ein harmonisches, leistungsfähiges und bedienbares System integriert werden, mit dem sich dieses gigantische Datenaufkommen effizient steuern lässt. Diese Komplexität nutzenbringend – und nicht um der Technologie Willen – zu beherrschen, wird für die Intralogistikbranche wie auch für die gesamte Industrie eine entscheidende Aufgabe. Aus diesem Grund begrüße ich das Motto der diesjährigen CeMAT „Smart – Integrated – Efficient“. Es strahlt weit über unsere Branche hinaus, dass die Intralogistik tatsächlich intelligente, integrierte, effiziente Lösungen hat, die sie zeigen kann und die schon heute einsatzfähig sind.

Welche Antworten auf Herausforderungen sind auf der CeMAT noch zu sehen? Ich nenne Ihnen ein paar Beispiele:

Um Arbeit nicht nur effizienter, sondern ergonomischer zu gestalten, ist Automatisierung die Zukunft. Daran führt kein Weg vorbei. Automatische Fördertechnik, Sortier- und Verteilanlagen, Kommissioniersysteme, Palettierer und Depalettierer oder schlicht Hebehilfen sorgen dafür, dass ein Mitarbeiter in einem Paketzentrum nicht 20, 30 oder mehr Tonnen Gewicht am Tag heben und mit Mitte 50 in den Krankenstand gehen muss.

Oder die Verkettung einzelner Prozesse zu Systemen und die zunehmende Bedeutung der IT: Unsere Anlagen werden zum Beispiel bei der Gewinnung von Bau- und Rohstoffen eingesetzt. Wir realisieren für unsere Kunden den kompletten Materialfluss – vom Abbauort über die Absackanlage bis zur fertig verpackten Palette. Alles als Teil eines integrierten Gesamtsystems, bei dem sämtliche Komponenten optimal aufeinander abgestimmt sind. Je größer solche Anlagen sind, desto mehr Steuerungselemente sind im Einsatz, die intelligent miteinander kommunizieren müssen. Dazu haben wir komplett durchgängige Antriebskonzepte sowie Maschinen- und Anlagensteuerungen aus dem Baukasten entwickelt. Damit erreichen wir nicht nur die integrierte Kommunikation der Elemente und Systeme, sondern auch eine schnelle Inbetriebnahme. Das ist übrigens auch eine Herausforderung der Intralogistik: Schnelle Inbetriebnahme durch standardisierte Elemente. Dadurch, dass wir diese Herausforderung gelöst haben, sparen unsere Kunden Zeit, und sie können wesentlich früher mit ihrer Wertschöpfung beginnen.

Ein großer Trend sind nachhaltige Lösungen. Denn in Zukunft wird es nicht mehr ausschließlich um die höchstmögliche Leistung gehen, sondern darum, für jede Anforderung flexibel die passende Lösung zu bieten, und dabei so wenig Material und Energie wie möglich zu verbrauchen. Ansätze dafür sind zum Beispiel sparsamere Antriebe für die Fördertechnik oder ein intelligentes Berechnungstool für Umverpackungen, durch das nicht Unmengen von Füllmaterial sinnlos hin- und hergeschickt werden.

Ein weiterer Trend auf diesem Gebiet ist das Downsizing, also die gezielte Verkleinerung von Anlagen bei gleicher oder höherer Effizienz, wie wir es bei unserer Hochleistungsverpackungs-Maschine BEUMER stretch hood gemacht haben. Die Herausforderung, diese zu verkleinern, material- und energiesparender sowie benutzerfreundlicher zu machen und dabei noch ihre Leistung zu steigern, haben wir gelöst, und wir machen an diesem Thema immer weiter. Downsizing ist logisch und sinnvoll, und in vielen Fällen mit etwas Intelligenz auch relativ einfach umzusetzen. Lassen Sie es mich so beschreiben: Um mit Ihrer Schwiegermutter sonntags zum Kaffeetrinken zu fahren, holen Sie aus Effizienzgründen ja auch nicht den 30-Tonner aus der Garage, sondern den Smart. Denn damit sind sie auch deutlich schneller wieder zuhause.

Meine Damen und Herren,
die Weltleitmesse CeMAT zeigt heute Innovationen, die morgen zum Standard werden. Das macht die CeMAT attraktiv und inspirierend für die Besucher aus aller Welt – ein so umfangreiches Angebot finden sie sonst nirgends. Die CeMAT tritt in diesem Jahr erstmals mit einem erweiterten Konzept auf und ist in die fünf Technologiebereiche gegliedert, die Dr. Gruchow eben vorgestellt hat. Das hat für alle Beteiligten den großen Vorteil: Aussteller können ihre Kunden noch gezielter informieren, und Besucher erhalten einen besser strukturierten Überblick über die Messe.

Die CeMAT stellt sich auch thematisch breiter auf, was uns Ausstellern nutzt, weil damit auch das Besucherspektrum breiter wird. Fokussiert wird auch auf Themen wie etwa Hafentechnik, Handelslogistik, Schüttgut, Pharma, Gefahrgut, Entsorgung. Auch der wichtigen Produktionslogistik wird mehr Raum geboten – denken Sie nur an die 1023 Varianten des VW-Golf. Davon profitieren alle Beteiligten, und der Status der CeMAT als wichtigster internationaler Branchen-Treffpunkt wird weiter unterstrichen.

Dass auf der CeMAT ein so breites Themenspektrum angesprochen wird, ist für uns als breit aufgestellter Aussteller von hoher Bedeutung. Unsere Anlagen transportieren Eisenerz vom Superfrachter aufs Festland, Chemikalien von der Herstellung zum Versand oder Gepäckstücke vom Check-In bis ins Flugzeug. In allen Fällen geht es auf den ersten Blick darum, Dinge von A nach B zu bringen. Aber unterschiedlicher könnten die Zielgruppen dieser Anwendungen kaum sein. Auf der CeMAT erreichen wir alle – sogar sehr erfolgreich, denn vor drei Jahren haben wir direkt auf der Messe einen Auftrag von einem Kunden aus Asien erhalten, was für unsere Branche ungewöhnlich ist.

Meine Damen und Herren,
die Intralogistik hat viel zu bieten. Gute Ideen und neue Technologien sind überall gefragt – von der Produktion über Versand und Handel bis zum Endverbraucher. Mit ihrer großen Innovationskraft sind die Unternehmen unserer Branche in der Lage, die Herausforderungen zu meistern. Ich bin überzeugt, dass die Entwicklungen in der Intralogistik vielen anderen Branchen als Vorbild dienen werden. Die CeMAT bildet als Weltleitmesse für Intralogistik die wichtigste Plattform für innovative Unternehmen und Produkte. Derart international und lösungsorientiert ist keine andere Veranstaltung in dieser Branche.

Ich freue mich daher auf die CeMAT 2014 und wünsche den Besuchern und Ausstellern schon jetzt eine erfolgreiche Messe – und Ihnen wünsche ich möglichst viele spannende Themen und interessante Gespräche. Herzlichen Dank für Ihre Aufmerksamkeit.

Über die CeMAT
Die CeMAT wird vom 19. bis zum 23. Mai 2014 in Hannover ausgerichtet. Die Weltleitmesse der Intralogistik wird danach als Neuerung alle zwei Jahre auf dem Messegelände in Hannover veranstaltet. Zur CeMAT im Jahr 2011 kamen mehr als 1 000 Aussteller aus 39 Ländern sowie rund 53 500 Fachbesucher aus aller Welt. Jeder zweite Aussteller sowie jeder dritte Besucher kamen aus dem Ausland. Aufgrund der weltweiten Bedeutung der CeMAT für die internationale Logistikbranche werden mittlerweile vier weitere CeMAT-Veranstaltungen in den großen Wachstumsregionen ausgerichtet: CeMAT RUSSIA (23. bis 26. September 2014 in Moskau), CeMAT ASIA (27. bis 30. Oktober 2014 in Shanghai), CeMAT INDIA (10. bis 13. Dezember 2014 in Delhi) und CeMAT SOUTH AMERICA (30. Juni bis 3. Juli 2015 in São Paulo). Darüber hinaus organisiert die Deutsche Messe AG die MATERIALS HANDLING EURASIA (19. bis 22. März 2014 in Istanbul) und die INTRALOGISTICA ITALIA (19. bis 23. Mai 2015 in Mailand).

Quelle: www.cemat.de

 
 
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