Eurotier 2016:
Neuere technische Entwicklungen und Trends in der Geflügelhaltung ...

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Eurotier 2016:
Neuere technische Entwicklungen und Trends in der Geflügelhaltung

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Prof. Dr. Michael Grashorn, AG Geflügel, Fachgebiet Populationsgenomik bei Nutztieren, Institut für Nutztierwissenschaften, Universität Hohenheim, Stuttgart

Forderungen nach mehr Tierwohl und nach stärkerer Begrenzung der Emissionen aus Geflügelhaltungen sind gegenwärtig die größten Herausforderungen für die Geflügelerzeugung. Zur Umsetzung dieser Forderungen sind weitreichende Optimierungen im Haltungsmanagement erforderlich. Diese umfassen einerseits die bessere Kontrolle und Regelung der Klimaparameter und andererseits die Anreicherung der Haltungsumwelt. Die Umweltanreicherung war schon ein wesentlicher Aspekt bei der Erarbeitung der Bundeseinheitlichen Eckwerte zur Putenhaltung und wird bei der Haltung von Legehennenherden mit ungekürztem Schnabel, die nach der Freiwilligen Vereinbarung zum Verzicht auf Schnabelbehandlung bei Legehennen zum 1. Januar 2017 verbindlich umgesetzt wird, eine herausragende Rolle spielen.
 
Generell steht die Forderung nach mehr Tierwohl in der Erzeugung ganz oben im Arbeitskatalog von Politik und Tierschutz/Verbraucherschutz-Organisationen. Die Einführung der Geschlechtsbestimmung im Brutei bei den Legehybriden soll nach dem Wunsch der Politik bereits 2017 das Töten der Hahnenküken ersetzen. Die flächendeckende Implementierung dieses Verfahrens scheint allerdings noch ein paar Jahre zu benötigen. Eine Alternative zu diesem Verfahren würde der Übergang zu Zweinutzungshühnern sein, die einerseits eine ausreichende Legeleistung und andererseits ein befriedigendes Wachstum aufweisen. Inzwischen werden verschiedene Zweinutzungsgenotypen angeboten, deren Leistungsfähigkeit allerdings noch deutlich hinter den bisher verwendeten Lege- und Masthybriden zurückliegt. Hier ist sicher noch einige Zuchtarbeit erforderlich. Ungeachtet dessen erscheinen Zweinutzungsgenotypen eine geeignete Lösung für die Bio-Branche zu sein. Bei der Erzeugung von Hähnchenfleisch entwickelt sich, gefördert über Label-Programme, langsam eine Nachfrage nach langsamer wachsenden Mastgenotypen. Hier existiert bereits eine große Vielzahl an Zuchtprodukten, die allerdings nicht immer die Anforderungen der Label-Geber in Bezug auf die Wachstumsgeschwindigkeit erfüllen. Eine schnelle, stärkere Ausweitung dieses Produktionssegments ist aber ohne eine massive Unterstützung des Handels nicht möglich.
 
Die Emissionen aus Tierhaltungen allgemein und aus Geflügelhaltungen im Besonderen werden bei Umbau- und Neubaumaßnahmen zunehmend kritisch gesehen. Dies betrifft nicht nur Standorte in viehdichten Regionen, sondern inzwischen auch vermehrt ‚normale‘ Standorte. Häufig werden schon Abluftreinigungsanlagen für die Erteilung einer Genehmigung gefordert, obwohl diese beim Geflügel immer noch nicht uneingeschränkt als Stand der Technik angesehen werden können. Die Einforderung führt auf jeden Fall zu einer Erhöhung der Investitionskosten und stellt so die Wirtschaftlichkeit mancher der geplanten Baumaßnahmen in Frage. Daher gewinnen Möglichkeiten zur Verminderung der Freisetzung von emissionsrelevanten Substanzen im Stall zunehmend an Bedeutung. Optimierungen bei der Fütterung und der Bodengestaltung (Einstreusubstrate) können in Kombination mit technischen Maßnahmen hier durchaus zu messbaren Emissionsminderungen führen und ggfs. die Installation teurer Abluftreinigungstechnik überflüssig machen.
 
Ein weiterer wichtiger Aspekt in der Erzeugung von Eiern und Geflügelfleisch bleibt die Produktsicherheit. Produkte mit einer geringen Gesamtkeimbelastung lassen sich nur mit einem umfassenden Hygienemanagement erzeugen. Eine besondere Bedeutung nimmt dabei die Trinkwasserqualität ein. Die geschlossenen Tränkesysteme stellen hierbei einen Schwachpunkt dar, der in Zukunft mehr Kontrollmöglichkeiten erfordert.
 
Die Produktqualität kann auf vielen Ebenen der Erzeugungskette nachteilig beeinflusst werden. Bei Eiern sind hier der Transport aus dem Stall zur Sortiereinrichtung, die Sortierung selber und der Transport an den ‚Point of Sale‘ zu nennen. Beim Geflügelfleisch spielen das Fangen der Tiere und der Transport zur Schlachteinrichtung, die Schlachtung, die Portionierung oder Verarbeitung und der Transport zu den Verkaufsstellen eine Rolle.
 
Die genannten Herausforderungen haben wieder zu einer großen Anzahl von Weiterentwicklungen und Neuerungen in der gesamten Erzeugungskette für Eier und Geflügelfleisch geführt, die bei der EuroTier 2016 vorgestellt werden und die im Folgenden exemplarisch betrachtet werden sollen.
 
Haltung und Haltungsmanagement
Bei den Haltungseinrichtungen gab es vor allem Weiterentwicklungen im Detail, sei es bei ein-etagigen oder mehr-etagigen Bodenhaltungssystemen für Legehennen oder bei den Ausstattungen und Versorgungseinrichtungen sowohl für Legehennen als auch für Mastgeflügel. Eine neue Idee zur Haltung von Mastküken in den ersten beiden Mastwochen kommt aus Holland. Hier werden im Windstreek-System, einem Stall, der mit Schwerkraftlüftung auskommen soll, analog zu den Ferkeln ‚Kükennester‘ verwendet. Hierbei handelt es sich um große Glucken, die dann nach oben gezogen werden. Im Kükennest wird ein vorteilhaftes Mikroklima für die Küken geschaffen und so der Start verbessert. Ferner gibt es auch weitere Optimierungen bei Mobilstallsystemen, die hauptsächlich von kleineren Betrieben beschafft werden.
 
Am meisten Entwicklungsarbeit wurde in die Fütterungstechnik für Mastgeflügelküken investiert. Für einen guten Start ist es wichtig, dass die Eintagsküken im Stall möglichst schnell Futter und Wasser finden. Beim Futter ist es daher üblich, dieses auch auf Eierhöckern oder Kükenpappe auszustreuen, was aber arbeitsaufwändig ist. Bypass-Systeme oder speziell gestaltete Kükenfutterschalen sind hier eine Alternative. Die gleichmäßige Versorgung aller Futterschalen im Stall stellt insbesondere bei sehr großen Ställe hohe Anforderungen an die Transporttechnik. Die Spiralen werden normalerweise aus Stücken zusammengeschweißt. Endlosspiralen erhöhen hier die Funktionssicherheit. Bei Junghennen- und Masthühnerküken hat sich die Nippeltränke als effektivste und sicherste Tränke durchgesetzt. Dennoch können Druckschwanken im Niedrigdruckleitungssystem zu Störungen in der Wasserversorgung führen. Diese Druckschwankungen werden bei den bisherigen Kontrollsystemen nicht ausreichend erfasst. Moderne Steuerungssysteme für den Stall können dies inzwischen erkennen und so frühzeitig auf eine unzureichende Wasserversorgung hinweisen.
 
Die Kontrolle sowie Steuerung aller Einrichtungen und Funktionen im Stall werden üblicherweise von Stallcomputern übernommen. Diese sind in der Regel auch mit einem Herdenmanagementprogramm gekoppelt, um Kenndaten für den aktuellen Leistungsstand der Herde zu liefern. Diese Systeme wurden über die Jahre konsequent ausgebaut und sind inzwischen im Zeitalter von Industrie 4.0 vollständig vernetzt. Es können immer mehr Funktionen im Stall über Internet und Mobilfunk jederzeit und von jedem Ort der Welt abgeprüft und auch gesteuert werden. Dies bietet grundsätzlich die Möglichkeit, nicht nur über die aktuelle Leistung der Herde auf dem Laufenden zu sein, sondern auch bei Abweichungen oder Störungen jederzeit eingreifen zu können. Dies ersetzt aber natürlich nicht den zweimal täglich erforderlichen Rundgang durch den Stall.
 
Die Beleuchtung im Stall ist ebenfalls für eine gute Herdenleistung wichtig. Die höhere Bildauflösungsrate und das gegenüber dem Menschen abweichende Lichtspektrum der Vögel erfordern andere Leuchtmittel bzw. Beleuchtungssysteme als für den Menschen. Auf Grund gesetzlicher Vorgaben wurde inzwischen die Beleuchtung in den Ställen auf flackerfreie Systeme umgestellt. Hier dominieren, auch aus Gründen der Energieeffizienz, inzwischen LED-Systeme. Die heutigen Hochleistungs-LEDs sind in der Lage, ganze Ställe gleichmäßig auszuleuchten. Inzwischen werden auch von verschiedenen Leuchtmittelherstellern LEDs mit einem messbaren UV-Anteil im Lichtspektrum angeboten. Diese Systeme weisen gegenüber den schon existierenden Leuchtstoffröhrensystemen eine deutlich längere Abstrahlkonstanz auf. Leider existiert bis heute noch kein brauchbares Messgerät, das die Helligkeit im Stall in Anlehnung an die Empfindung der Tiere messen kann.
 
Die Optimierung der Hygienebedingungen im Stall ist die Grundvoraussetzung für die Erzeugung hygienisch einwandfreier Eier und Geflügelfleisch. Eine umfassende Reinigung und Desinfektion des Stalles vor der Einstallung der Tiere ist ein Muss! Je glatter die Oberflächen, je weniger Keime können sich halten. Entsprechend werden inzwischen Verfahren zur Oberflächenversiegelung der Böden, Wände und Decken angeboten. Auch die Versorgungseinrichtungen lassen sich immer leichter reinigen und desinfizieren. Zur Entlastung des Personals stehen auch selbstfahrende Desinfektionsgeräte zur Verfügung. Die hygienische Qualität des Tränkwassers ist von herausragender Bedeutung. Diese kann inzwischen auch in der Linie bestimmt werden. Bei Auffälligkeiten können so schnell Gegenmaßnahmen ergriffen und Erkrankungen der Tiere vorgebeugt werden.
 
Fütterung und Tierwohl
Futter soll in erster Linie Nährstoffe für die Tiere zur Verfügung stellen. Der wichtigste Protein- und Aminosäurenlieferant ist Sojaextraktionsschrot, das allerdings in erster Linie auf Grund der GMO-Problematik stark in die Diskussion gekommen ist. Entsprechend sind einheimische Proteinquellen, wie z.B. die Leguminosen, wieder im Aufwind, trotz der geringeren Protein- sowie Aminosäurengehalte und der enthaltenen anti-nutritiven Inhaltsstoffe. Die geringeren Protein- und Aminosäurengehalte können aber über die Zulage von freien (synthetischen) Aminosäuren kompensiert werden, wie dies auch bei der RAM-Fütterung der Fall ist. Hierbei hat sich allerdings gezeigt, dass bei der Absenkung des Rohproteins und gleichzeitiger Zulage von essentiellen Aminosäuren zum Teil nicht-essentielle Aminosäuren, wie z.B. Glyzin, limitierend werden. Der Bedarf an Forschung und Testeinsätzen in der Praxis ist daher noch groß.
 
Inzwischen wurde auch mehr realisiert, dass Nahrungsaufnahme eine wichtige Beschäftigung für die Tiere darstellt. Die für Eier- und Geflügelfleischerzeugung gehaltenen Geflügelarten sind sogenannte ‚Nahrungssucher‘, d.h. die Tiere müssen auf Grund ihres Energiebedarfs und ihres Verdauungssystems kontinuierlich Nahrung aufnehmen. Vor allem Hühner verbringen daher den größten Teil des Tages mit Nahrungssuche/aufnahme. Wird die Nahrung konzentriert angeboten (z.B. in Form von Pellets), sinkt die Zeit der Nahrungsaufnahme und es steht mehr Zeit für andere Beschäftigungen zur Verfügung. Hierzu kann auch Federpicken zählen. Es besteht daher Konsens, dass es vor allem bei nicht-schnabelbehandelten Legehennen äußerst wichtig ist, dass die Tiere sich ausreichend lange mit der Nahrungsaufnahme befassen sollten. Ein Ansatz ist, gegenüber der früheren Sichtweise, den Rohfaseranteil im Futter auf fünf bis sechs Prozent zu erhöhen. Weizenfütterung in die Einstreu ist eine weitere Möglichkeit, die allerdings aus hygienischen Gründen nicht unumstritten ist. Dieses Verfahren ist aber in der Bio-Legehennenhaltung schon lange üblich. Inzwischen werden auch kommerzielle, automatische Systeme zur Verteilung des Weizens angeboten. Bei auftretendem Federpicken kann es auch sinnvoll sein, kurzfristig den Tieren beruhigende Substanzen (wie z.B. Magnesium, Salz) zu verabreichen. Die Dosierung über das Tränkwasser ist oft nicht sehr genau und es besteht die Gefahr, dass Ablagerungen im System zurückbleiben. Eine Alternative kann die Zudosierung dieser Substanzen in flüssiger Form zum Futter sein. Inzwischen existieren Systeme, die diese Lösungen exakt zur laufenden Futterkette zudosieren können. So wird sichergestellt, dass alle Tiere erreicht werden und es praktisch keine Rückstände gibt. Generell kann auch die Nahrungsaufnahme nicht nur genutzt werden, um die Tiere zu beschäftigen, sondern auch um den Schnabel natürlich zu ‚entschärfen‘. Hierzu werden verschiedene Formen an Picksteinen angeboten, wobei Steine mit enthaltenen Getreidekörnen besonders gut angenommen werden. Allerdings kann dies auch entsprechende Kosten verursachen. Schnabelabrieb kann natürlich auch über das Einbringen von rauen Unterlagen in die Tröge oder durch Streuen von Getreidekörnern auf raue Unterlagen erreicht werden, was als ‚Blunting‘ bezeichnet wird. Eine andere Beschäftigungsalternative sind Luzerneballen oder Ähnliches. Bei der Beschäftigung gilt aber, dass die Beschäftigungsobjekte nur dann attraktiv sind, wenn sie nicht dauernd angeboten werden.
 
Reduzierung der Emissionen im Stall
Die Forderung nach immer stärkerer Reduzierung der Emissionen aus Geflügelställen erschwert zunehmend den Um- und Neubau von Geflügelställen. Daher gewinnt die Verminderung der Freisetzung von emissionsrelevanten Substanzen im Stall mehr und mehr an Bedeutung. Hier gibt es drei wesentliche Stellschrauben: Fütterung, Einstreusubstrate, Klimakontrolle. Es wird daher vom ZDG und der DLG für die EuroTier 2016 das Geflügelspecial ‚Indoor Emission Control‘ organisiert, welches das Potenzial dieser Optimierungsmaßnahmen veranschaulichen soll. Die Fütterung kann über die Optimierung der Stoffwechselleistung die Ausscheidungen beeinflussen. Eine Verbesserung der Futterverwertung reduziert in der Regel die Stickstoffausscheidung, wodurch wiederum die Bildung von Ammoniak vermindert wird. Hierzu wird eine Vielzahl an Futterzusatzstoffen, wie Prebiotka, Probiotika, Phytobiotika, organische Säuren usw., angeboten. Das Problem ist, dass die Wirkung der einzelnen Produkte/Substanzen nicht immer klar belegbar ist, auch wenn in der Regel positive Effekte beobachtet werden. Hier ist sicher noch mehr Forschungsbedarf erforderlich, um die Wissenslücke zu schließen. Ein anderer Ansatz ist die Bindung der ausgeschiedenen, emissionsrelevanten Substanzen. Hier gibt es eine Vielzahl von Einstreusubstraten, die einerseits für einen geringen Wassergehalt und anderseits für die Bindung von z.B. Stickstoff sorgen. Diese ersetzen die Standardeinstreu (Stroh, Hobelspäne) entweder teilweise bis vollständig oder werden dieser zugemischt. Die Wasseraufnahmekapazität ist durchaus unterschiedlich, so dass jeder Betrieb, auch unter Berücksichtigung der Kosten, die für sich beste Lösung auswählen muss. Trockene Einstreu ist eine der Voraussetzungen für eine geringe Ammoniakbildung. Diese kann durch eine Fußbodenheizung unterstützt werden, wobei allerdings eine erhöhte Staubbildung zum Problem werden kann. Verbneblungssysteme für Wasser oder Wärmetauscher mit vorgeschalteter Kühlung können den Staub wieder binden. Generell kann das Potential dieser Indoor-Systeme als hoch angesehen werden, wenn es auch im Moment noch nicht möglich ist, das Ausmaß genau zu beziffern. Parallel zum Geflügel-Special werden daher bei der EuroTier täglich diese Indoor-Systeme im Rahmen einer Diskussionsrunde beim Geflügel-Forum intensiv beleuchtet.
 
Produktqualität
Bei der Eiererzeugung ist es vor allem gegen Ende des Legejahrs, wenn die Schalen dünner werden, eine Herausforderung, die Eier unbeschädigt aus dem Stall sowie zur Sortiereinrichtung zu transportieren und anschließend zu sortieren. Die hierfür erforderliche Technik wurde über die Jahre immer weiter optimiert, aber eine Schwachstelle ist immer noch der Übergang von einem Förderband zum anderen, vor allem bei 90°-Übergaben. Neue, ausgeklügelte Technik soll hier die Beschädigung der Eier minimieren. Bei den Sortiereinrichtungen selber geht der Weg weiter in Richtung höherer Stundenleistungen.
 
Bei der Geflügelfleischerzeugung sind die am meisten belastende Zeit für die Tiere das Verladen, der Transport, die Wartezeit und die Zuführung zur Betäubung im Schlachthaus. Fangmaschinen haben sich in Verbindung mit optimierten Transportbehältern als äußerst wertvolle Hilfsmittel erwiesen, die zu einer deutlich geringeren Belastung der Tiere sowie zu einer wesentlichen Verringerung an Verletzungen beitragen und auch eine Arbeitsentlastung darstellen. Ein größeres Problem ist dann wieder die Zuführung der Tiere zur Betäubung. Alle bisher in Deutschland üblichen Systeme erfordern ein Entladen der Container vor der Betäubung, was in der Regel über angepasste Rutschen erfolgt. Dies ist zwar schon sehr schonend, aber für die Tiere doch belastend. Gerade in Kombination mit der CO2-Betäubung, die für Hühner und Puten das am besten geeignete Verfahren darstellt, wäre eine Betäubung im Transportbehälter am idealsten. Diese Idee ist vom Grundprinzip nicht neu. Allerdings war bei den üblicherweise verwendeten Transportcontainern mit mehreren Ebenen die gleichmäßige Betäubung der Tiere aller Ebenen in einem Keller nicht immer gewährleistet. Hier geht der Weg inzwischen auf Transportcontainersysteme, die im Schlachthaus automatisch in die einzelnen Ebenen zerlegt werden können, die dann der Gasbetäubungsanlage zugeführt werden. Die Belastung der Tiere kann hierdurch noch einmal deutlich vermindert werden.
 
Ausblick
Die Forderungen nach mehr Tierwohl verlangen von den Tierhaltern eine immer umfassendere Kontrolle ihrer Bestände. Hierzu müssen eine Vielzahl an Informationen über den Funktionszustand der Haltungs-, Versorgungs- und Klimaeinrichtungen erfasst, ausgewertet und an den Tierhalter weitergegeben werden. Die Industrie 4.0 wird so auch Schritt für Schritt in der Eier- und Geflügelfleischerzeugung zum Standard werden. Parallel hierzu werden die Anforderungen an Geflügelställe und das Haltungsmanagement durch die kontinuierlichen Verschärfungen im Emissionsschutzrecht ständig aufwändiger. An vielen Standorten wird ein Um- oder Neubau von Geflügelställen ohne den Einbau von teurer Abluftreinigungstechnik kaum mehr möglich sein. Die Alternative hierzu ist dann nur die Verminderung der Tierzahlen im Stall. Die Reduzierung der Entstehung von Emissionen im Stall (Indoor Emission Control) kann hier entgegenwirken. In den nächsten Jahren sind hier aber noch intensive Entwicklungsarbeiten erforderlich.

Quelle: eurotier.com

 
 
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