Eurotier 2016:
Trends auf dem deutschen und den internationalen Märkten für Eier ...

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Eurotier 2016:
Trends auf dem deutschen und den internationalen Märkten für Eier

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Die deutsche Gesamtproduktion von Hühnereiern stieg im Jahr 2015 um 1,8 % auf 14,167 Mrd. Stück. Darunter waren 1,247 Mrd. Bruteier. Die Produktion von Bruteiern wuchs damit nur um 1,5 %. Hier schlägt sich nieder, dass die Hähnchenmast in Deutschland nicht weiter expandierte. Im Mittel waren in Deutschland 44,8 Mio. Hennen eingestallt (inkl. kleinerer Bestände), das waren nochmals 600.000 Hennen mehr als 2014. Die Legeleistung stieg um ein Ei auf 288 Stück. Der Anteil der vermarktungsfähigen Eier ist z. B. wegen Bruch- oder Schmutzeiern geringer.

Bemerkenswert ist, dass sich der im Jahr 2014 erreichte hohe Eierverbrauch nicht nur halten konnte, sondern nochmals um ein Ei pro Kopf der Bevölkerung ausgebaut werden konnte. Dies belegt die zwischen BLE (Bundesanstalt für Landwirtschaft und Ernährung) und MEG abgestimmte vorläufige Versorgungsbilanz. Für 2015 errechnete sich ein Pro-Kopf-Verbrauch von 233 Eiern. Das endgültige Ergebnis des Vorjahres wurde um ein Ei auf 232 Eier angehoben. Dabei haben sich die Haushaltskäufe 2015 laut GfK nicht nennenswert steigern können (plus 0,1 %). In den berechneten gesamten Pro-Kopf-Verbrauch fließt aber auch der Außer-Haus-Verbrauch und der Verbrauch von Eiern in verarbeiteter Form ein. Beide Segmente dürften in den vergangenen Jahren an Bedeutung gewonnen haben. Der Außer-Haus-Verbrauch steigt erfahrungsgemäß in Zeiten niedriger Arbeitslosigkeit. Der Einsatz von Eiern in der Verarbeitung nahm in den zurückliegenden Jahren auch zu, weil vegetarische Fleischersatzprodukte zunehmend gefragt sind. Viele dieser Produkte bestehen zu einem nicht unerheblichen Teil aus Eiern oder Eiprodukten.

Deutscher Markt hat großen Importbedarf
Die deutsche Eierproduktion wuchs in den zurückliegenden Jahren, dennoch bleibt Deutschland auf umfangreiche Importe zur Bedarfsdeckung angewiesen. Dies verdeutlicht die Kenngröße des Selbstversorgungsgrads. Bezogen auf den Konsumeiermarkt lag der Selbstversorgungsgrad 2015 bei 67,4 %. Der Importbedarf wird primär durch niederländische Eier gedeckt. Polen ist inzwischen zweitwichtigster Lieferant. 2015 stiegen die Importe von Konsumeiern (inkl. Eiprodukte umgerechnet in Schaleneiäquivalente) um 3,1 %, auf 9,454 Mrd. Eier. Obwohl Deutschland Nettoimporteur von Eiern ist, werden auch große Mengen ausgeführt. 2015 verzeichnete man dabei ein deutliches Wachstum. Der Export von Konsumeiern stieg um 11,1 % auf 3,279 Mio. Eier (Schaleneiäquivalent).
 
Produktion stagniert in 2016
Im ersten Halbjahr 2016 wurden laut Statistischem Bundesamt 5,908 Mrd. Eier in Betrieben mit 3.000 oder mehr Haltungsplätzen erzeugt, das waren 0,5 % weniger als im gleichen Zeitraum 2015. Nicht auszuschließen, dass die Gesamteierproduktion dennoch leicht zugelegt hat. Darauf deutet auch die MEG Berechnung des potentiellen Legehennenbestands hin, diese Kalkulation bezieht auch kleinere Produktionseinheiten mit ein. Nicht zu unterschätzen ist die steigende Erzeugung in mobilen Hühnerställen, die seit einigen Jahren boomt. Nicht nur im Biosegment haben viele Legehennenhalter in diese Haltungsform investiert. Das Gros der Produktion wird allerdings in Ställen ab 3.000 Plätzen erzeugt.
Eine Einschätzung der durchschnittlichen Betriebsgröße in Betrieben mit weniger als 3.000 Hennen lässt sich von der EU-Statistik zu den Haltungsformen ableiten. Meldepflichtig zur EU-Statistik nach Haltungsformen sind alle Betriebe laut Verordnung 589/2008 (Artikel 31). Aus Deutschland wurden im April des vergangenen Jahres 6.131 Legehennenbetriebe gemeldet. Die monatliche Erhebung des Statistischen Bundesamtes zur Eierproduktion und Legehennenhaltung, die nur die Betriebe mit 3.000 oder mehr Hennenhaltungsplätzen erfasst, wies im Schnitt des Jahres 2015 lediglich 1.647 Betriebe auf. Dennoch wurden vom Statistischen Bundesamt 47,543 Mio. Hennenplätze gemeldet, also 92 % der von der EU ausgewiesenen Kapazität. In den über 4.484 weiteren Betrieben gab es nach Berechnung von MEG demnach im Schnitt etwa 950 Haltungsplätze.
  
Weniger Boden- und Freilandhaltung in der EU
In der EU dominiert weiterhin die Haltung von Legehennen in ausgestalteten Käfigen. Im April 2015 waren 56,1 % der Haltungsplätze Käfigsysteme. Das waren sogar 0,4 Prozentpunkte mehr als zum Erhebungszeitpunkt 2014. Insgesamt wurde in der EU im April 2015 eine maximale Kapazität von 382,8 Mio. Legehennen gemeldet. Die Anzahl der tatsächlich gehaltenen Hennen wird unter dieser maximalen Kapazität gelegen haben.
Während die Haltung in ausgestalteten Käfigen um 750.000 Plätze ausgeweitet wurde, sank die Bodenhaltung um 1,95 Mio. Plätze auf 102,01 Mio. Stück. Der Anteil sank somit um 0,5 Prozentpunkte auf 26,1 %. Die Freilandhaltung in der EU schrumpfte um 1,44 Mio. Plätze auf 53,37 Mio. Stück. Das entsprach im April 2015 einem Anteil von 13,6 %.
 
Biohaltung profitiert
Als einzige der alternativen Haltungsformen konnte die Biohaltung zulegen. Es gab im April 2015 rund 1,64 Mio. mehr Hennenhaltungsplätze in der Biohaltung als im Vorjahr. Insgesamt wurden in der EU 14,58 Mio. Biohaltungsplätze registriert. Das waren 4,2 % des Gesamtbestands, im Jahr 2014 lag der Anteil erst bei 3,8 %. Nie zuvor wurden mehr Biohennen in der EU gehalten.
 
Auf Bodenhaltung setzen nur wenige Länder
In Portugal und Spanien spielen die alternativen Haltungsformen kaum eine Rolle. Dort dominieren Käfigsysteme mit über 90 % der Hennen. Auch Polen setzt primär auf Käfigsysteme (88,5 %). Im zweitwichtigsten Lieferland für den deutschen Markt lag der Anteil der Bodenhaltung nur bei 9,1 %.
 
Auf die Bodenhaltung als wichtigste Haltungsform setzten nur wenige Länder in der EU. Diese Haltungsform überwog 2015 in Österreich (67,3 %), Schweden (64,5 %), den Niederlanden (61,7 %) und Deutschland (61,7 %). Kommt es in diesen Ländern zeitweise zu einem Überangebot an Bodenhaltungseiern, ist es schwer diese Ware zu „Bodenhaltungspreisen“ in anderen EU-Ländern abzusetzen, da dort diese Ware nicht speziell nachgefragt wird.
 
In Deutschland hat nun jede vierte Henne Auslauf
In Deutschland gab es bei der Verteilung der Haltungsformen Verschiebungen zu Systemen mit Auslauf. Im Berichtszeitraum hatten bereits 28 % der Hennen Zugang zum Auslauf. Die meisten Hennen lebten mit 64 % in der Bodenhaltung. Am zweitwichtigsten war die Freilandhaltung mit 18 %. Biohennen erreichten einen Anteil von 10 %, und 8 % lebten in der Kleingruppenhaltung.
 
Der Trend zu mehr Freiland- und Bioeiern spiegelt sich auf Ladenstufe wieder. Eier aus der Bodenhaltung blieben zwar die dominierende Eierart in Deutschland, der Anteil der Bodenhaltungseier sank aber im ersten Halbjahr gegenüber dem Vorjahr um 1 Prozentpunkt auf 60 % aller nach Haltungsform zu identifizierenden Eier. An Bedeutung gewannen im Gegenzug Freiland- und Bioeier, während die Kleingruppenware mit gut 1 % kaum noch ins Gewicht fiel. 27 % der gekauften Eier waren im ersten Halbjahr Freilandeier und 12 % waren Bioeier.
 
Steigende Eierproduktion in der EU
Der Legehennenbestand in der EU hat im Verlauf des Jahres 2016 über dem Vorjahresniveau gelegen. Die MEG-Berechnungen des potenziellen Legehennenbestands in der EU belegt, dass von Januar bis November 2016 EU-weit knapp 3 % mehr Hennen eingestallt sein könnten als im gleichen Zeitraum 2015.
 
Auch die EU-Kommission ging Mitte des Jahres 2016 von einer steigenden EU-Erzeugung aus. Für das laufende Jahr wurde die Gesamteiererzeugung auf 7,713 Mio. t geschätzt, das wären 1,8 % mehr als 2015.
 
Der Verbrauch in der EU wird tendenziell zunehmen, wenn auch etwas weniger stark als die Produktion. Der Gesamtverbrauch dürfte 2016 um 1,4 % auf 6,410 Mio. t steigen. Das entspräche einem Pro-Kopf-Verbrauch von 12,6 kg bzw., bei einem angenommenen durchschnittlichen Eigewicht von 60 g, 210 Eiern. Es stehen 2016 also mehr Eier zum Export zur Verfügung. Die Europäische Kommission erwartet für das laufende Jahr einen Zuwachs der Ausfuhren von 12 % auf 412.000 t. Die steigende Exportorientierung der EU schlägt sich auch in einem höheren Selbstversorgungsgrad nieder. Dieser könnte sich 2016 auf 105,3 % belaufen, das wären 0,5 Prozentpunkte mehr als im Jahr 2015.

Eierproduzenten hoffen auf Marktfestigung
Auch in diesem Jahr blieb der Eiermarkt nicht von der sommerlichen Nachfrageschwäche verschont. Mit der Urlaubszeit gingen die Packstellenabgabepreise zurück. Im Sommer 2016 wurde das Vorjahresniveau dabei besonders deutlich verfehlt, denn im Juni 2015 zogen die Eierpreise wegen des damaligen Ausbruchs der Aviären Influenza in den USA - eigentlich untypisch für den Sommer - an. Daher lagen die Preise im Schnitt der Monate Juni bis August 2016 um etwa 30 % unter dem Vorjahresniveau.
 
Auch der Vergleich zum Mittelwert der Jahre 2008 bis 2014 zeigt, dass die diesjährigen Preise recht niedrig sind. Der Vergleichswert wird im Schnitt der ersten acht Monate um rund 14 % verfehlt.
 
Daher stand die Rentabilität der Eiererzeugung trotz gesunkener Futterpreise unter Druck. Im Mittel der ersten acht Monate 2016 lagen die Futterkosten zwar um 24 Cent je 100 Eier niedriger als im Vorjahr. Diese Verbilligung reichte aber bei weitem nicht, um den Rückgang der Eierpreise zu kompensieren. Die Bruttomarge als Maß für die Rentabilität rutschte daher in den Sommermonaten in den negativen Bereich und näherte sich zuletzt sogar dem Kurvenverlauf des Jahres 2013 an, als niedrige Eierpreise und hohe Futterkosten die Rentabilität stark belasteten.
 
Im vierten Quartal ist allerdings mit Preiserholung zu rechnen, auch wenn der Markt nach Einschätzung der MEG bei anziehender Nachfrage im Herbst ausreichend versorgt sein wird. Chancen für einen sich stärker festigenden Markt resultieren aus dem Bevölkerungszuwachs. Laut dem Statistischen Bundesamt ist die Bevölkerungszahl Deutschlands bis Ende 2015 um 1,2 % gegenüber dem Vorjahr gewachsen, und 2016 hat es eine weitere Zuwanderung gegeben. Egal welcher Religionsgemeinschaft die neuen Mitbürger angehören, Eier werden nicht tabuisiert und sind eine attraktive Möglichkeit, sich kostengünstig mit tierischen Proteinen zu versorgen.

Quelle: eurotier.com

 
 
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