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METAV 2014 präsentiert im Rahmen der Quality Road moderne Qualitätssicherung

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11.03.2014

Diesen Artikel finden Sie in der Ausgabe METAV 2014 vom Messekurier

Messen ist nicht alles - aber ohne Messen ist alles nichts

Damit innovative Produkte in der gewünschten Menge zur Verfügung stehen, darf die Qualitätssicherung innerhalb des Produktentstehungsprozesses nicht das Nadelöhr sein.

Die METAV 2014 in Düsseldorf beleuchtet das Thema praxisnah von allen Seiten und zeigt mit der "Quality Road" neueste Trends und Entwicklungen - denn frei nach Arthur Schopenhauer ist "Messen nicht alles - aber ohne Messen alles nichts!" Die praktische Qualitätssicherung zur Prozess- und Produktoptimierung hat auch im Hinblick auf Industrie 4.0 und "Smart-Factories" entscheidende Bedeutung. Den Beitrag der modernen Messtechnik dafür bringt Stephan Greulich, Verkaufsleiter der Diatest Hermann Költgen GmbH, Darmstadt, so auf den Punkt: "In der Messtechnik werden Informationen erzeugt, die für die Qualitätssicherung und damit für das Produkt von entscheidender Bedeutung sind.

Damit diese den Vorgaben der Industrie 4.0 hinsichtlich Wandlungsfähigkeit oder Ressourceneffizienz entsprechen, müssen diese Informationen nicht nur schnell erfasst, sondern auch zeitnah interpretiert und umgesetzt werden." Wie alle an der Produktion beteiligten Prozesse müsse auch die Messtechnik in ein Netzwerk von Informationen eingebunden werden, das in Abhängigkeit aller Prozessdaten und gemachten Vorgaben entweder Entscheidungsvorlagen für den Menschen erstellt oder autonom Produktionsprozesse verändert. Aber die nächste industrielle Revolution, so Greulich, "ist noch in einiger Ferne. 'Industrie 4.0' ist bislang nur ein Begriff, hinter dem sich viele Absichten und weit mehr Erwartungen verbergen".

So sei es natürlich machbar, Messdaten per Kabel oder Funk auf Endgeräte oder Webportale zu übertragen, im Hinblick auf Industrie 4.0 "ist das aber bestenfalls eine Zwischenlösung. 'Smart' im Sinne von intelligent oder klug ist es nicht, da die Messdaten nur übertragen werden, daraus aber keine (vernetzte) Handlung zwingend erfolgt".

Simulation ersetzt keinen Praxistext
Für die Messdatenerfassung und -auswertung gebe es bereits heute gut durchdachte Softwarelösungen. Nach wie vor aber "ist es der Mensch, der auf Grundlage der per Software ausgewerteten Daten Entscheidungen treffen muss und dessen Vorgaben in der Software eventuell Prozesse in der Produktion automatisch steuern". Auch die Bedeutung von Simulationstechniken für die Prozessoptimierung sieht der Experte nüchtern: "Ordentlich geplante und durchdachte Simulationstechniken können zumindest teilweise aufwändige Teststellungen und Versuche ersetzen. Allerdings werden diese nie die endgültige Erprobung einer Prozessoptimierung in der Praxis ersetzen, da die Realität meist vielschichtiger ist, als sie sich in Simulationen darstellen lässt." Das Vortragsforum "Quality Road" auf der METAV 2014 ist für Greulich vor allem eine aktuelle Informationsplattform für neueste Trends und Entwicklungen der Qualitätssicherung. Interessant wäre zudem für ihn, die Erwartungen der Messebesucher kennen zu lernen.

Schnelligkeit und Bedienungsfreundlichkeit sind entscheidend
Ins gleiche Horn stößt Heinrich Leutenberger, Niederlassungsleiter der Vicivision GmbH, Heilbronn: "Moderne Messtechnik kann für schnelle und präzise Informationen bezüglich Dimensionen und weiterer Eigenschaften der Produkte sorgen. Ein stabiler und effektiver Produktionsprozess ist nur mit diesen Informationen zu erreichen. Dabei sind Schnelligkeit und insbesondere die Bedienungsfreundlichkeit entscheidend, weil diese Informationen auch ohne Spezialisten-Know-how verfügbar sein müssen.

Sicher gebe es in der Großserienproduktion (etwa im Automobilbereich) bereits Ansätze "smarter" Mess- und Prüftechnik über Webportale oder Smartphone-Apps, aber "im Großen und Ganzen ist dies in der dimensionellen Messtechnik noch kein Thema. Dafür stehen Aufwand und die Anzahl der möglichen Einsatzfälle noch nicht im richtigen Verhältnis". Auch Simulationstechniken für die Prozessoptimierung spielen in der dimensionellen Messtechnik noch keine Rolle. Leider werde noch nicht einmal das Potentzial der modernen Messtechnik voll ausgeschöpft. Nach seiner Einschätzung liegt das unter anderem an mangelnden messtechnischen Grundlagenkenntnissen und an nach wie vor bestehenden Vorbehalten insbesondere kleiner und mittelständischer Betriebe, dass umfangreichere messtechnische Investitionen zu vermeiden sind - "damit kann man keine Späne machen ..."

Vom Vortragsforum "Quality Road" auf der METAV 2014 erwartet Leutenberger als Aussteller "natürlich vor allem, dass damit das Interesse der Besucher getroffen wird und vielleicht der eine oder andere Impuls für den Einsatz moderner Messtechnik gegeben wird".

Intuitiv und intelligent - ein vielversprechender Lösungsansatz
Größere Transparenz und höhere Mess- und Reaktionsgeschwindigkeiten in der Qualitätssicherung der Zukunft verspricht sich Andrzej Grzesiak, Leiter Metrology Systems der Carl Zeiss Industrielle Messtechnik GmbH, Oberkochen, von Industrie 4.0 "mit der Digitalisierung auf der einen und der Nutzung moderner Mensch-Maschine-Schnittstellen auf der anderen Seite".

Bei steigender Komplexität sei "ohne moderne Mess- und Prüftechnik keine vernünftige Qualitätssicherung möglich". Diese allerdings müsse sich zunehmend an die turbulente Produktionsumgebung anpassen: "Ob intuitive, sich den Bedürfnissen des Menschen anpassende Bedienerschnittstellen zum Messgerät oder intelligente Messmaschinen - Industrie 4.0 ist in jedem Fall ein vielversprechender Lösungsansatz für die Zukunft."

Welchen Einfluss Industrie 4.0 auf die Entwicklung der Messtechnik in der industriellen Produktion hat, erläutert sein Kollege Dr.-Ing. Dietrich Imkamp, Leiter Visual Systems & Partner der Carl Zeiss Industrielle Messtechnik: "Weltweit verknüpfte Prozessketten prägen die globale industrielle Produktion, in der der Trend zu höherer Produktqualität ungebrochen ist. In diesem Umfeld wird der Austausch von Informationen zur Sicherung von Qualität immer wichtiger." Vorsichtig optimistisch äußert sich der Experte über die prozesssichere Realisierbarkeit einer produktionsnahen Qualitätssicherung im webbasierten Fertigungsumfeld - etwa per Smartphone- Apps: "Technologien, die wir heute mehr aus dem Consumer Umfeld kennen, werden sicher auch bei der Qualitätssicherung im Fertigungsumfeld zur Anwendung kommen. Dabei werden jedoch besondere Anforderungen beispielsweise an die Zuverlässigkeit und Sicherheit der Datenübertragung zu berücksichtigen sein."

Auch in der Koordinatenmesstechnik wird das organisierte Informations- und Kommunikationsmanagement immer wichtiger. Hierzu benötigt man Technologien, mit der Maschinen, Programme, Protokolle und Wissen an zentraler Stelle organisiert werden können. Die meisten Wissensportale und Dokumentenmanagementsysteme sind allerdings zu global, ohne optimierte Funktionen für die Koordinatenmesstechnik. Hier empfehlen sich zugriffsgesicherte, serverbasierte Lösungen für Firmenintranets, die allerdings intuitiv bedienbar und einfach zu administrieren sein müssen.

TEXT: VEREIN DEUTSCHER
WERKZEUGMASCHINENFABRIKEN E.V. (VDW)
CORNELIUSSTRASSE 4, D-60325 FRANKFURT

 
 
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