SMM 2016:
„Eine Frage der Unternehmenskultur“ ...

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SMM 2016:
„Eine Frage der Unternehmenskultur“

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Dagmar Klenk: Gemessen daran, dass es 1979 gerade mal zwei Kapitäninnen gab: eindeutig ja. Insgesamt ist hier schon eine erfreuliche Entwicklung festzustellen, gerade was das Interesse junger Frauen am Thema maritime Ausbildung betrifft. Lange gab es in der Branche Vorbehalte – etwa, dass Frauen für den schweren Job zu zart besaitet seien. Aber angesichts der zunehmenden Automatisierung an Bord spielt es keine entscheidende Rolle mehr, wie viele Kilo man schleppen kann. Wichtig ist, dass sich in den Köpfen durchsetzt, dass Frauen hervorragende Arbeit leisten können. Bewusstsein drückt sich in Sprache aus – dass es mittlerweile das Wort Kapitänin gibt, ist da ein positives Zeichen.

 

Würden Sie Frauen zu einem Beruf im maritimen Bereich raten?

Klenk: Auf jeden Fall. Das ist ein spannendes und vielfältiges Arbeitsfeld voller interessanter Möglichkeiten. Die maritime Branche bietet ganz unterschiedliche Betätigungsfelder – sei es in einer Reederei an Land oder auf See, sei es in der Zulieferindustrie oder im Bereich Finanzen. Dazu kommt das hohe Maß an Internationalität. Trotz Schifffahrtskrise werden Frauen weiter gebraucht. Es ist sicher kein Zufall, dass in Folge der notwendigen Restrukturierungen vieler deutscher Reedereien seit 2008 zunehmend auch Frauen als Quereinsteigerinnen in Führungspositionen gelangen, die über keine klassische Schifffahrtsausbildung verfügen, sondern über einen akademischen Abschluss. Das bringt neue Sichtweisen in die Branche.

 

Der Bundesverkehrsminister hat im soeben vorgelegten nationalen Hafenkonzept die Bedeutung von Frauen für die Hafenwirtschaft betont. Hilft das?

Klenk: Mit solchen Maßnahmen werden Denkprozesse angestoßen. Schon aus demografischen Gründen wird man in Zukunft nicht auf die Expertise und Kompetenz von gut ausgebildeten Frauen verzichten können. In der Hamburger Hafenwirtschaft sind nicht erst seit gestern einige Frauen in wichtigen Positionen. Wenn den Worten des Ministers hier Taten folgen und diese und weitere Frauen in dieses nationale Hafenkonzept effektiv mit einbezogen werden, kann das durchaus ein hilfreicher Schritt in die Zukunft sein.

 

Was tut  WISTA für Frauen in der maritimen Wirtschaft?

Klenk: Women’s International Shipping & Trading Association (WISTA) verhilft erfolgreichen Frauen in diesem Arbeitsfeld zu mehr Aufmerksamkeit, damit sie eine Vorbildfunktion für junge Menschen übernehmen. Wir bieten Frauen an, über unser Netzwerk Erfahrungen auszutauschen, sich weiterzuentwickeln und fortzubilden. WISTA pflegt Kontakte in der maritimen Wirtschaft, insbesondere auf unserer jährlich stattfindenden internationalen Konferenz. Außerdem setzen wir auch auf Mentoren-Programme, bei denen erfahrene weibliche Führungskräfte Nachwuchs betreuen.

 

Beim Maritime Career Market am 9. September 2016 auf der SMM steht das Thema Frauen im Fokus. Was erwarten Sie sich davon?

Klenk: Es ist ein sehr gutes Signal, das Thema auf dieser eher technisch ausgerichteten Messe zu adressieren. Auch in der Zulieferindustrie arbeiten immer mehr Frauen und verfolgen ihre Karriere. Wenn es gut läuft, könnte sich aus der Initiative eine weitere Möglichkeit entwickeln, wie Frauen mit interessanten Unternehmen in Kontakt treten können – und umgekehrt. Das eröffnet beiden Seiten die Chance, Kompetenzen einzubringen und Potenziale zu nutzen. Gerade erst hat eine Studie des Washingtoner Peterson Instituts auf Basis von 22.000 Unternehmen in 91 Ländern ergeben, dass der Profit höher ausfällt, wenn mehr Frauen Leitungspositionen bekleiden. Das sollte sich auch die maritime Branche zunutze machen.

 

Auf der SMM zeichnet WISTA Germany die „Personality of the Year 2016“ aus. Was ist der Hintergrund?

Klenk: Wir möchten mit dem Award weibliche Persönlichkeiten herausstellen, die im Bereich Karriere und Engagement eine Vorbildfunktion in der maritimen Wirtschaft übernehmen, und damit andere ermutigen, sich hier ebenfalls einzubringen. Das strahlt positiv auf das Image der Branche ab. WISTA Germany hat sich ganz bewusst für die Preisverleihung anlässlich der internationalen Leitmesse SMM entschieden, um in diesem hochkarätigen Rahmen auf unser Netzwerk aufmerksam zu machen. Wir begleiten die SMM bereits seit vielen Jahren mit einem kleinen Abendempfang für unsere internationalen Mitglieder, die als Aussteller oder Gäste die Messe besuchen.

 

Dagmar Klenk

Dagmar Klenk managt bei der Hamburger Reederei Harmstorf u.a. das Safety-Department, ist also beispielsweise dafür verantwortlich, dass die Sicherheitseinrichtungen an Bord regelmäßig gewartet werden. Das Unternehmen gehört zur Bremer Schlüssel Reederei und betreibt derzeit 15 Containerfrachter.

 

Über WISTA

Die WOMEN’s INTERNATIONAL SHIPPING & TRADING ASSOCIATION fördert seit mehr als 40 Jahren nationales und internationales Netzwerken unter weiblichen Fach- und Führungskräften aus der maritimen Wirtschaft. In Deutschland sind derzeit gut 80 Mitglieder aktiv – weltweit sind es 2.300 aus 34 Nationen. 

 

Quelle: smm-hamburg.com

 
 
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