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MEDICA 2019: 42. Deutscher Krankenhaustag: Kliniken im Digitalzeitalter – von der Patientenakte bis zur Krisenkommunikation

By September 24, 2019No Comments

Bild: medica.de

Der Deutsche Krankenhaustag widmet sich in diesem Jahr in mehreren Veranstaltungen und Workshops dem Thema Digitalisierung und vernetzte Gesundheit. Die digitalisierte Erhebung und Verarbeitung von Informationen spielt in den Krankenhäusern eine wesentliche Rolle. Neue Untersuchungs- und Behandlungsmöglichkeiten, verbesserte Kommunikationsprozesse zwischen Leistungserbringern, Effizienzsteigerungen und mögliche Kostensenkungen – die Veränderungen, die mit der „digitalen Revolution“ verbunden sind, haben bereits einen Wandel in Gesundheitspolitik, Gesundheitsversorgung und Gesundheitsberufen ausgelöst. Experten aus Krankenhaus, Digitalwirtschaft und eHealth werden auf dem 42. Deutschen Krankenhaustag, der vom 18. bis 21. November im Rahmen der Medizinmesse MEDICA in Düsseldorf stattfindet, Einblicke in die digitale Zukunft der Kliniken und Medizin geben.

Die Digitalisierung ist weiter auf dem Vormarsch und macht auch vor den Kliniken und ihren Presseverantwortlichen nicht halt. Denn gerade im Zeitalter der Digitalisierung verbreitet sich jede Information extrem schnell im Netz und löst gegebenenfalls größere Kommunikationskrisen aus. War die Krisenkommunikation schon vor der Digitalisierung von großer Bedeutung, gewinnt sie jetzt immer mehr an Stellenwert. Auch für die Krankenhäuser ist die richtige Krisenkommunikation das A und O. Klinikverantwortliche und Besucher erfahren am „Tag der Kommunikation“, welche Strategien sie auf dem Weg in das Digitalzeitalter und bei Krisensituationen am besten anwenden, und diskutieren gemeinsam Hintergründe und Lösungsansätze. Vorträge wie „Was ist eine Krise und wozu bedarf es einer  Krisenkommunikation?“, „Umgang mit Niels H.“ oder „Was erwartet ein Journalist in der Krise?“ greifen die unterschiedlichen Herausforderungen der Krisenkommunikation im Klinikalltag auf.

Ein weiterer Themenschwerpunkt des Kongresses ist der aktuelle Stand zur Entwicklung elektronischer Akten. Sie sind wesentliches Instrument, um Kommunikationsprobleme zu lösen und Kooperationen zu ermöglichen. Elektronische Datensammlungen machen Behandlungsinformationen des Patienten verfügbar und unterstützen, beispielsweise bei ungeplanten Behandlungen. Auch unabhängig von Vorerkrankungen können ältere Vergleichswerte den Ärzten bei der Diagnosestellung helfen. All das bietet die elektronische Patientenakte (ePA) unter Hoheit des Patienten, der seine medizinische Biographie einsehen kann. Spätestens ab 2021 müssen die Krankenkassen ihren Versicherten eine ePA anbieten. Gleichzeitig konkurrieren immer mehr Anbieter um die „beste Lösung“. Klinik- und Patientenvertreter werden deshalb in der Veranstaltung „Elektronische Patientenakte 2021 – jeder Kasse ihre Akte?“ den Status quo, Patientennutzen und den medizinischen Nutzen ausführlich referieren und mit den Besuchern kritisch diskutieren.

Bei der „ENTSCHEIDERFABRIK“ wird es um die Frage gehen, wie die großen Chancen der Digitalisierung genutzt und Eingang in die Versorgungsrealität finden können. So werden Themen wie „Archivar 4.0 und die Unterstützung des digitalen Wandels durch interoperable Archivierung intelligenter Patienten-Akten“ ebenso vorgestellt wie die Projekte „SAP Digital Boardroom für Krankenhäuser“ oder die „Digitalisierung der Pathologie“. In diesem Jahr wird auch wieder der „Start up & Digitalisierungspreis“ der ENTSCHEIDERFABRIK auf dem Deutschen Krankenhaustag vergeben. Preisanwärter werden ihre Projekte wie beispielsweise „Digitaler Check.in im Krankenhaus – Patientenaufnahme per App“ oder „Blitzschnelle Dokumentation in der Pflege – Wie digitale Assistenzen die Produktivität steigern und Fehlerquellen minimieren“ bis hin zu „Wie Virtual Reality Trainings in der Dialyse helfen“ den Besuchern vorstellen.

Beim Forum  des Verbandes der Krankenhausdirektoren Deutschlands (VKD) steht der Trend zur Digitalisierung und speziell seine Folgen für den Datenschutz ebenfalls ganz oben auf der Agenda. Unter dem Motto „Digitalisierung – Konfliktfelder und Fettnäpfchen“ werden am Beispiel der „Messenger-Dienste – was wird aus Datenschutz und Schweigepflicht“, die „Anforderungen an Kommunikationsdienste in Ihrer Klinik“ und die „sichere Migration der Krankenhausdaten in die Telematikinfrastruktur“ vorgestellt. Experten aus Klinik und Vertreter der Arbeitsgruppe „Digitalisierung im Gesundheitswesen der staatlichen Datenschutzbeauftragten“ werden die Besucher über neueste Trends informieren.

Auch der Europatag der Europäischen Vereinigung der Krankenhausmanager (EVKM), der im Rahmen des Deutschen Krankenhaustages stattfindet, kommt an der Digitalisierung nicht vorbei. Unter dem Motto „Gesundheitsversorgung in Europa – Highlights im Krankenhausmanagement“ werden im Rahmen dieser Veranstaltung unter anderem Stand und Entwicklung der Digitalisierung der Krankenhäuser in Polen diskutiert.

Weitere Informationen unter www.deutscher-krankenhaustag.de.

Der Deutsche Krankenhaustag ist die wichtigste Plattform für die deutschen Krankenhäuser und findet jährlich im Rahmen der MEDICA statt. Die Gesellschaft Deutscher Krankenhaustag mbH (GDK) hat die Aufgabe, den Deutschen Krankenhaustag auszurichten sowie Ausstellungen, Kongresse, Tagungen und Symposien durchzuführen, zu fördern und zu unterstützen. Gesellschafter der GDK sind die Deutsche Krankenhausgesellschaft (DKG), der Verband der Leitenden Krankenhausärzte Deutschlands (VLK) und der Verband der Krankenhausdirektoren Deutschlands (VKD). Der Pflegebereich ist durch die Arbeitsgemeinschaft Deutscher Schwesternverbände und Pflegeorganisationen (ADS) und den Deutschen Berufsverband für Pflegeberufe (DBFK) in die Arbeit der GDK eingebunden.

 

 

Bild & Text: medica.de